Das neue Hightech-Gerät, acht Tonnen und allein rund zwei Millionen Franken schwer, ohne die zusätzlichen Anschlüsse in etwa gleicher Höhe, trifft nach bangem Warten am Montagnachmittag endlich ein. Der Einfuhrzoll am Grenzübergang hatte Schwierigkeiten bereitet. Projektleiter und Bauingenieur Rudolf Zaugg besitzt Erfahrung mit solch speziellen Aktionen, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Sein Spezialgebiet: Planung und Einrichtung von radiodiagnostischen Instituten in der Schweiz. Er schmunzelt im Sonnenschein hinter der Rosenau: «Vielleicht gibts jetzt wieder einen
24-Stunden-Tag.»

Kein Problem für den Experten, der allerdings freimütig gesteht, dass es erst ein Aufatmen gebe, wenn der Tomograf endgültig steht und sämtliche Leitungen, beziehungsweise Anschlüsse funktionieren. Da ist gewaltige Teamarbeit gefragt, Trink- und Essenspausen sind aufs Minimum reduziert. Die Montage von Hochtechnologie fordert Tribut.

Das Kernstück des neuen Radiologie-Zentrums

Der Fahrer des Kranwagens aus dem Baselbiet muss mit seinem riesigen Gerät Präzisionsarbeit leisten, anheben und drehen quasi im Zentimeterbereich. Schliesslich sitzt der Tomograf auf den vorbereiteten Stahlrollen, kann vorsichtig ins Gebäudeinnere und auf seinen künftigen Platz geschoben werden. Aufmerksame, etwas kribbelige Beobachterin ist die Radiologin und Institutsleiterin Sabine Paul. Sie staunt, was die Mannen da leisten, um das «Kernstück» des neuen Zentrums schlussendlich millimetergenau in jenem Raum zu platzieren, der künftig total abgeschottet ist, damit keine Magnetwellen nach aussen dringen und auch sonst keine störenden Einflüsse hinein gelangen.

«Ein starker Magnet voller Strahlkraft», stellt die Radiologin Paul fest. Sie deutet auf einen positiven Aspekt: «Das geht alles ohne Röntgenstrahlen.» Klingt verständlich, doch den Vorteil des teuren Geräts sieht sie vor allem anderswo: Hervorragende Detailaufnahmen von allen Körperregionen des Menschen, Differenzierung von Weichteilen, Sehnen Muskeln, Details von Hirnpartien. Oder Analysen von Gelenken für die Orthopädie, etwa bei Wirbelsäulen- und Bandscheiben-Problemen.

Sabine Paul freut sich jedenfalls auf den neuen Standort des Instituts im Zentrum von Rheinfelden. «Wir machen einen Riesenschritt, dies ist jetzt das modernste Gerät in der Schweiz, welches kürzere Untersuchungszeiten ermöglicht.» Ansonsten steht auch ein neues und volldigitales Mammografie-Gerät zur Verfügung, ebenso eine digitale Röntgenanlage. Dass die Rosenau künftig als medizinisches Zentrum fungiert, beweisen ferner neue Arztpraxen in dem Komplex. Das Streben nach Synergie-Nutzung ist erkennbar.