Gansingen
Teure Sanierung verhindert: Das Mühlitheater zieht nach 19 Jahren aus

Das Schauspielensemble des Mühlitheaters zügelt von der Lochmühle in Gansingen in eine Sulzer Scheune. Die zehnte Produktion kommt im April 2019 auf die Bühne.

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Bild einer Aufführung des Mühlitheater in 2016.

Bild einer Aufführung des Mühlitheater in 2016.

Dennis Kalt

Zwischen knarrendem Gebälk und dem Rüttelkasten des alten Mahlwerks auf einer Fläche, die nicht grösser als ein Schrebergarten ist – das ist der Ort, an dem die Schauspieler des Mühlitheaters seit 1999 die Zuschauer mit insgesamt neun Produktionen begeistert haben. Dies hat nun ein Ende. Das Ensemble verlässt die Bühne in der Gansinger Lochmühle.

«Mit dem Auszug verhindern wir eine teure Sanierung der in die Jahre gekommenen Mühle-Anlage, die wir bisher immer in unsere Aufführungen miteinbezogen haben», erklärt Meinrad Bärtschi, Drehbuchautor vom Mühlitheater. Zudem haben sich einige Zuschauer geäussert, dass es ihnen zu eng sei und sie in der Mühle schlecht Luft bekämen. «Wir sind der Auffassung, dass wir unseren Gästen nun ein wenig mehr Komfort bieten wollen, sodass diese nicht mehr auf den schmalen Holzplanken sitzen müssen und die Aufführung bei einem Getränk am Tisch geniessen können», sagt Bärtschi.

Vor diesem Hintergrund habe man schon länger eine neue Lokalität gesucht, so Bärtschi. Jetzt ist man beim Sulzer Scheunenbesitzer Peter Eichenberger fündig geworden. Ein Mitglied des Ensembles habe Eichenberger beiläufig darauf angesprochen, dass man auf der Suche nach einem neuen Standort sei. Eichenberger erzählte von seiner Scheune und dass er sie gerne zur Verfügung stelle. Noch mehr: «Er baut die Räumlichkeiten so aus, dass auf mehreren Ebenen rund 100 Zuschauer Platz finden», sagt Bärtschi.

Damit werden am neuen Standort mehr als doppelt so viele Zuschauer wie in der Lochmühle – dort waren es 40 – Platz finden. «Dies ermöglicht es uns, die Aufführungszahl von 22 auf 11 zu halbieren und die Spielsaison von fünf auf drei Monate zu verkürzen», sagt Bärtschi. Die Reduzierung der Aufführungen senke gleichzeitig das Risiko, dass eine Vorstellung aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle abgesagt werden müsse. Dies sei in 19 Jahre zwar noch kein einziges Mal vorgekommen, jedoch «sind auch schon Schauspieler mit Fieber auf der Bühne gestanden».

Zehnte Produktion steht an

Damit die Scheune als neuer Schauspielort taugt, lässt die Theater-Gruppe in die Lokalität WC-Anlagen einbauen. Bereits gekauft wurden Tische und Stühle für die Zuschauer von der Migros-Filiale in Rheinfelden, die umgebaut wird. Verhehlen kann Bärtschi nicht, dass mit dem Auszug auch Wehmut verbunden ist: «Klar, an der alten Mühle hängen viele schöne Erinnerungen.» Überzeugt ist er jedoch, dass das «rustikale Umfeld der Scheune zu neuen Einfällen inspiriert». So hat Bärtschi bereits wieder zur Feder gegriffen, um das zehnte Stück, «Das Wandeln ist der Mühle Lust», ab April 2019 auf die Sulzer Scheunenbretter zu bringen. (dka)

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