Stein
«Tetris 2» siegt und steht für je 26 Wohn- und Atelierplätze

Läuft alles nach Plan, kann das geplante Wohn- und Atelierhaus der Stiftung Menschen mit einer Behinderung im Fricktal (MBF) in Stein bereits Mitte 2017 bezogen werden. Zurzeit ist mit Kosten von rund 15 Millionen Franken zu rechnen.

Susanne Hörth
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Läuft alles nach Plan, kann das geplante Wohn- und Atelierhaus der Stiftung Menschen mit einer Behinderung im Fricktal (MBF) in Stein bereits Mitte 2017 bezogen werden.

Läuft alles nach Plan, kann das geplante Wohn- und Atelierhaus der Stiftung Menschen mit einer Behinderung im Fricktal (MBF) in Stein bereits Mitte 2017 bezogen werden.

Susanne Hörth

Die Nachfrage nach betreuten Wohn- und Atelierplätzen steigt. Bei der Stiftung Menschen mit einer Behinderung im Fricktal (MBF) erreichen zudem immer mehr Frauen und Männer, die einer Arbeit in der geschützten Werkstatt nachgehen oder in den Ateliers beschäftigt sind, das Pensionsalter. Sie sind unter anderem die Zielgruppe für das geplante Wohn- und Atelierhaus. Für dieses Bauvorhaben wurden sieben Architekturbüros eingeladen, ihre Vorschläge einer Fachjury zu unterbreiten. «Wir haben es uns nicht einfach gemacht», so Stiftungsratspräsidentin Ursula Brun Klemm am gestrigen Montagnachmittag. Zeigt damit, dass der Entscheid unter den eingereichten Ideen nicht einfach war.

Das Rennen gemacht hat «Tetris 2» der Architekten Rafael Schmid, Ralph Ziörjen und Marc Ziörjen aus Zürich. «Die Architekten haben sich sehr stark mit der Situation und den Bedürfnissen der heutigen Bewohner der MBF befasst», erklärte Urs Eggenschwiler. Er unterstützt die Fricktaler Stiftung in baulichen Angelegenheiten. Das Siegerprojekt sieht drei zweigeschossige Gebäude vor, die sich räumlich sehr gut in das Gebiet einfügen. Dass dies ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung war, wurde am Montagnachmittag mehrfach betont. Bereits heute verteilen sich entlang der Zürcherstrasse verschiedene Gebäude der MBF, darunter die Werkstätte Rüchlig, die Wohngruppen sowie ein Ateliergebäude. Dies alles in direkter Nähe zu einem Einfamilienhausquartier. «Wir wollen das gute Verhältnis mit den Nachbarn behalten», sagte denn auch Stiftungsratspräsidentin Ursula Brun Klemm.

Die drei nord-süd-orientierten «Baukörper» von «Tetris 2» sind so angeordnet, dass sie zum bestehenden Atelierhaus drei durchgängige Innenhöfe bilden. Architektenteam und auch Baukommisssionpräsident René Berger erklärten, dass mit der gewählten Gebäudeform auf den nicht unerheblichen Lärm der angrenzenden, viel befahrenen Zürcherstrasse reagiert wird. Dank der ineinandergreifenden Gebäudebausteine kann auf eine wenig schöne Lärmwand entlang der Strasse verzichtet werden.

Die neuen Häuser mit je 26 Wohn- und 26 Atelierplätzen sind nicht nur oberirdisch gut miteinander verbunden. Eine gemeinsame Tiefgarage schafft eine unterirdische, interne und trockene Verbindung. «Tetris 2 hat auch überzeugt, weil es von Wohnungen für die künftigen Bewohner ausgeht und nicht wie ein Wohnheim oder Spital daherkommt», wurde bei der Vorstellung des Siegerprojektes hervorgehoben.

Bezug Mitte 2017

«Jetzt wird das Siegerprojekt überarbeitet», geht Geschäftsleiter Jean-Paul Schnegg auf das weitere Vorgehen ein. «Dabei steht der betriebliche Aspekt im Vordergrund.» Die Feinanpassungen sollen bis Mitte November ausgearbeitet sein. Läuft alles nach Plan, soll 2015 mit dem Bau begonnen werden. «Bezug wäre dann Mitte 2017», so Jean-Paul Schnegg. Die Finanzierung muss die Stiftung MBF sicherstellen. Die Fricktaler Gemeinden werden nicht zur Kasse gebeten.

Apropos Kosten. Bevor gebaut werden kann, gilt es hinsichtlich der Kosten noch Abklärungen und Anpassungen vorzunehmen. Der Kostenrahmen für das Projekt «Wohnen – Atelier 2020» war noch zu Jahresbeginn mit 11,7 Millionen Franken beziffert worden. Eine Summe, die auf Absprachen mit dem Departement Bildung, Kultur und Sport basiert. Das BKS begleitet das Projekt bei der Planung und der Umsetzung, so Stiftungsratsmitglied und Baukommissionspräsident René Berger. Alle Eingaben beim Architektenwettbewerb haben das vorgeschriebene Kostendach deutlich überschritten. Zu den Gründen führt René Berger unter anderem die zu berücksichtigenden Massnahmen infolge der Lärmimmissionen Zürcherstrasse an. Weiter verlange auch der Baugrund hinsichtlich der geplanten Tiefgarage nach statischen Lösungen.

«15 Millionen Franken», nennt René Berger schliesslich die Summe, mit welcher zurzeit für das Neubauprojekt zu rechnen ist. Auch wenn die Kosten nochmals geprüft werden und Einsparungen nötig sind, ist die Stimmung bei den MBF-Verantwortlichen für ein Realisieren des Projektes «Wohnen – Atelier 2020» positiv. Der definitive Entscheid fällt im November dieses Jahres.