Möhlin

Tennisclub Möhlin möchte eine feste Halle bauen – um die eigene Zukunft zu sichern

Peter Lüscher, Präsident des Tennisclubs Möhlin, arbeitet mit seinen Mitstreitern für eine feste Tennishalle. Nadine Böni

Peter Lüscher, Präsident des Tennisclubs Möhlin, arbeitet mit seinen Mitstreitern für eine feste Tennishalle. Nadine Böni

Der Tennisclub Möhlin will eine feste Halle bauen. Für Präsident Peter Lüscher ist klar: «Eine feste Halle eröffnet uns Möglichkeiten für diverse Entwicklungen – eine gestärkte Juniorenbewegung, mehr Mitglieder und eine grössere Anziehungskraft.»

Manchmal, wenn er wieder einmal irgendwo auf Hindernisse trifft, stellt Peter Lüscher sich den Tag genau vor. Irgendwann im Oktober 2017. Noch warmes Wetter, milder Sonnenschein. Ein rotes Band vor der neuen Tennishalle in Möhlin – und er darf es durchschneiden, die Halle den Spielern übergeben.

Ersatz für Ballonhalle

Lüscher ist Präsident des Tennisclubs Möhlin. Seit bald zwei Jahren arbeitet er mit einem Team am grössten Projekt der Vereinsgeschichte: eine neue, feste Tennishalle auf dem Gelände des Vereins an der Batastrasse. Sie soll die Ballonhalle ersetzen, die bis anhin jeweils in den Wintermonaten über zwei der Plätze aufgebaut wurde. «Die Ballonhalle hat nach fast 20 Jahren das Ende ihres Lebenszyklus erreicht», sagt Lüscher.

Der Verein stand vor über einem Jahr daher vor der Frage: Soll eine neue Ballonhalle angeschafft werden? Könnte sich der Verein auch eine feste Halle leisten? Oder wird der Winterbetrieb gar eingestellt? Die siebenköpfigen Arbeitsgruppe «Futuro» befasste sich mit der Thematik – und kam zum Schluss: Eine feste Halle lohnt sich.

Ein Zweckbau

«CourtCube» soll sie heissen. Ein Zweckbau, wie Lüscher sagt. Die neue Tennishalle hat zwei Plätze, verfügt über sanitäre Anlagen und Räumlichkeiten für Gastronomie mit rund 60 Sitzplätzen. Sie käme auf den hintersten der bestehenden Sandplätze sowie die angrenzende Parzelle zu stehen. Die zusätzliche Fläche wurde von der Gemeinde bereits zugesprochen. In direkter Nachbarschaft entstehen das neue Gebäude der Jugendarbeit Möhlin und des Fussballclubs NK Pajde (siehe Kontext). Diese Woche begannen die Erschliessungsarbeiten für das Areal.

Die Verantwortlichen rechnen mit Kosten von rund 1,8 Millionen Franken für den Bau der Halle. «Es ist klar, dass dem Verein die finanziellen Mittel für so ein Projekt fehlen», sagt Präsident Lüscher. Um die Halle trotzdem zu finanzieren, wurde eine Betriebsgenossenschaft gegründet. Im vergangenen Sommer stimmten die Vereinsmitglieder diesem Modell zu.

Genossenschaft gegründet

«Die Genossenschaft hat das Baurecht auf das ganze Areal des Tennisclubs und wird die Halle bauen. Anschliessend überlässt sie dem Club die Anlage im kostenlosen Nutzungsrecht», erklärt Lüscher. Dass es innerhalb des Vereins auch Kritiker des Projekts gäbe, gibt er offen zu. Sie befürchten Schwierigkeiten, weil der Tennisclub faktisch nicht mehr Herr seines Hauses ist. «Genossenschaft und Tennisclub sind aber eine zentrale Symbiose. Sie funktionieren nur zusammen», sagt Lüscher mit Nachdruck.

Er und seine Mitstreiter sind überzeugt, dem Verein einen Mehrwert zu schaffen. Sie versprechen sich von der neuen Anlage «eine grosse Anziehungskraft». In den vergangenen Jahren hat die Anzahl Mitglieder schleichend abgenommen. Heute sind es noch 100 Mitglieder und 100 Junioren im TCM. «Wir glauben, dass wir langfristig wieder 250 bis 300 Mitglieder hinbekommen», sagt Lüscher.

Baustart im Frühling 2017?

Das ist – neben dem CourtCube – eines der Ziele, die der Verein für seine Zukunft definiert hat. Gleichzeitig soll die Juniorenbewegung gestärkt und ausgebaut werden. Erst kürzlich wurde mit dem Tennisclub Grenzach eine Vereinbarung eingegangen. Mehrere Tennislehrer sind seitdem in beiden Klubs tätig.

«Die feste Halle eröffnet uns die Möglichkeiten für diese Entwicklungen», sagt Lüscher. Aktuell sind die Verantwortlichen daran, die Finanzierung zu sichern. Sie soll bis im Sommer stehen. «Ein Grossteil ist bereits zusammen», sagt Lüscher. Der Zeitplan sieht derzeit vor, dass im Herbst das Baugesuch eingereicht und im Frühjahr mit dem Bau begonnen wird. Nach einem halben Jahr Bauzeit wäre es dann im Oktober 2017 so weit: Peter Lüscher und seine Mitstreiter könnten das rote Band vor der neuen Tennishalle durchschneiden.

Meistgesehen

Artboard 1