Frick
Tempo-30-Zone: Umstrittene Bäume werden gefällt

Die Tempo-30-Zone im Gänsacker und Kirchmattweg wird realisiert – die sieben Baumbuchten kommen weg.

Thomas Wehrli
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Die Bäume am Gänsacker und am Königsweg werden gefällt, die Baumbuchten kommen weg. dka

Die Bäume am Gänsacker und am Königsweg werden gefällt, die Baumbuchten kommen weg. dka

Nun ist es amtlich: Der Gemeinderat will in den Quartieren Gänsacker und Kirchmattweg Tempo 30 einführen. Er hat an einer seiner letzten Sitzungen eine entsprechende Verkehrsanordnung erlassen. Sie ist allerdings noch nicht rechtskräftig; die Bevölkerung hat nun vorerst 30 Tage Zeit, Einsprache zu erheben.

Ob diese Möglichkeit jemand nutzen wird, ist fraglich. Denn die «IG Gänsacker», die sich für die Lebensqualität im Quartier starkmacht, stellt sich hinter das neue Geschwindigkeitsregime – allerdings unter einer Bedingung: Die Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage vom letzten Sommer im Quartier müssen 1:1 umgesetzt werden.

Buchten kommen weg

Diese Befragung ergab zweierlei: Erstens, dass sich eine Mehrheit der Anwohner Tempo 30 wünscht. Zweitens, dass im Gegenzug die sieben Baumbuchten entlang des Gänsackers und des Königswegs, die zur Verkehrsberuhigung errichtet wurden, entfernt werden.

Diese Buchten ärgern längst nicht nur die Anwohner; viele Fricker halten sie für übertrieben bis kontraproduktiv: Um in einem Zug durch den Gänsacker fahren zu können und nicht alle 20, 30 Meter halten zu müssen, geben nicht wenige Automobilisten bei der Einfahrt in den Gänsacker gehörig Gas.

Der Gemeinderat signalisierte schon im letzten Jahr, dass er die Fällung aller Bäume prüfen werde; zwei müssten wegen der Zufahrt in die Tiefgarage der neuen Wohnüberbauung ohnehin gefällt werden. Nun ist klar: Auch die anderen fünf Bäume sollen fallen; ein entsprechendes Baugesuch liegt ab morgen Freitag auf der Gemeindekanzlei auf.

Damit wird die künftige Tempo-30-Zone ohne bauliche Massnahmen realisiert. Der Gemeinderat holte im Vorfeld bei einem Verkehrsplaner ein Gutachten ein, ob dies in diesem Quartier möglich ist. Der Planer bejahte dies. Und: «Die zuständige kantonale Stelle teilt diese Einschätzung», sagt Gemeindeschreiber Michael Widmer auf Anfrage.

Widmer betont aber gleichzeitig: «Wie immer bei der Einführung von Tempo 30 hat die Gemeinde die Pflicht, ein Jahr nach der Einführung mittels Geschwindigkeitserhebungen die Wirksamkeit nachzuweisen.» Liege die durchschnittliche Geschwindigkeit dann zu hoch, «so sind nachträglich weitere Massnahmen zu treffen». Dies können zusätzliche Markierungen sein oder auch bauliche Massnahmen.

Widmer geht allerdings nicht davon aus, dass dies nötig sein wird. «Insbesondere auch, weil der Strassenraum durch etliche private Hauszufahrten, die Baumallee am Königsweg sowie Kreuzungen strukturiert ist und keine lange gerade Strecke vorhanden ist.»

Marktregime noch offen

Ob alle Baumbuchten zusammen oder etappenweise entfernt werden, ist laut Widmer noch offen. Bereits klar ist derweil, dass die Rechtsvortrittsmarkierungen bleiben und die Eingangspforten gleich aussehen wie in den übrigen Tempo-30-Gebieten in Frick.

Noch nicht entschieden ist laut Widmer die Frage, wie der Verkehr künftig an den vier Markttagen durch den Gänsacker und den Königsweg geführt wird. Wegen den Engstellen rollte er bislang im Einbahnregime durch das Quartier. Das ärgerte viele Anwohner, denn so mussten sie bisweilen mit der Kirche um das Dorf fahren.