Wittnau

«Teilen statt Haben» – bleibt das Mobility-Auto?

Die Defizitgarantie für den VW Golf an der Schulstrasse musste nicht komplett ausgeschöpft werden.

Die Defizitgarantie für den VW Golf an der Schulstrasse musste nicht komplett ausgeschöpft werden.

Seit einem Jahr steht in Wittnau ein Mobility-Auto. Gemäss Gemeinderätin Gertrud Häseli wird das Angebot noch nicht rege genutzt, gilt aber als Modell der Zukunft.

Ein Jahr ist mittlerweile vergangen, seit Wittnau zum Standort eines Mobility-Autos wurde. Halbzeit also im zweijährigen Projekt mit dem Carsharing-Unternehmen, für das die Gemeinde eine jährliche Defizitgarantie von 14 000 Franken trägt.

Gemeinderätin Gertrud Häseli möchte zwar keine Zahlen nennen, jedoch seien die Kosten für die Gemeinde nicht so hoch ausgefallen wie im Budget kalkuliert. Von einer regen Nutzung könne man aber nicht sprechen.

«Das Angebot wurde relativ wenig genutzt. Doch das war für ein kleines Dorf im ländlichen Raum nicht anders zu erwarten», so Häseli.

Der rote VW Golf an der Schulstrasse trägt auch dazu bei, dass Mitarbeiter der Gemeinde keine Fahrspesen mehr aufzuschreiben haben. Für Fahrten an Sitzungen oder sonstige Termine nimmt man das Mobility-Auto.

«Damit können wir die Nutzung erhöhen und auch Leute ans Carsharing heranführen, die sonst eher kein fremdes Auto benutzen würden», sagt Gertrud Häseli. Sie schätzt, dass rund ein Drittel aller Fahrten auf die Gemeinde zurückgehen und zwei Drittel auf Leute aus der Bevölkerung.

Für die Grünen-Grossrätin ist Mobility ein klares Modell der Zukunft. Vielleicht sei es noch etwas zu früh, um in Wittnau auf «Teilen statt Haben» zu setzen. Doch irgendwann müsse man ja damit anfangen. «Wir sind Pioniere für andere Dörfer. Da braucht man einen längeren Schnauf. Doch für Veränderungen braucht es Pioniere.»

Wie es nach dem Ablauf des zweijährigen Vertrags mit Mobility mit dem Gemeinschaftsauto weitergeht, wird erst in rund einem Jahr diskutiert. «Ich werde mich auf jeden Fall für ein Fortbestehen von Mobility in Wittnau einsetzen», sagt Häseli. Aus der Bevölkerung nimmt die Gemeinderätin Zustimmung für das Projekt wahr. «Einige Leute wollen auf Mobility umsteigen, sobald ihr Zweitauto nicht mehr läuft.»

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