Herznach/Zeihen

Tannenbäume gehen in Flammen auf – Kanton warnt vor Feinstaub

In Herznach und Zeihen werden traditionellerweise die Weihnachtsbäume verbrannt. Doch das alljährliche Spektakel hat auch eine negative Seite: Die Abteilung für Umwelt des Kantons warnt vor der Luftbelastung.

Eben noch standen sie festlich geschmückt in der Stube. Doch jetzt haben die Weihnachtsbäume ausgedient, und die meisten möchten die Tanne möglichst schnell loswerden – bevor sie alle Nadeln fallen lässt.

Auch die Brandgefahr steigt von Tag zu Tag: In den gut geheizten Häusern verdorren die Bäume innert kürzester Zeit. Kompostieren, an Tiere verfüttern oder in der Kehrichtverbrennungsanlage vernichten: Die alten Christbäume werden unterschiedlich entsorgt. In einzelnen Fricktaler Gemeinden werden Weihnachtsbäume verbrannt.

In Zeihen lädt der Freizeitverein am kommenden Samstagnachmittag zur neunten Auflage dieses Feuerspektakels ein. Die Feuerstelle wird in Oberzeihen auf einer Flurstrasse im Gebiet Weizacher eingerichtet. Beim Vereinslokal wird eine Festwirtschaft mit Getränken und Würsten vom Grill geführt.

Auch in Herznach gehen am Samstag Weihnachtsbäume in Flammen auf. Veranstaltet wird das Christbaumverbrennen vom Gewerbeverein Staffeleggtal, in dem sich Gewerbetreibende aus Herznach, Ueken, Densbüren und Asp zusammengeschlossen haben.

Der Anlass sei mittlerweile zur Tradition geworden, sagt Jürg Rubin, Präsident des Gewerbevereins. Jedes Jahr bringen rund 200 Besucherinnen und Besucher aus Herznach, Ueken, Densbüren und Asp ihre alten Christbäume und Tannenäste zum Verbrennen und vergnügen sich bei Glühwein und Wurst. Rund hundert Tannenbäume, befreit vom Weihnachtsschmuck, werden jeweils in die Flammen geworfen, wie Rubin berichtet.

In Eiken scheinen die traditionellen «Weihnachtsbaum-Verbrenneten» dagegen der Vergangenheit anzugehören. Der Anlass, den die Jugendgruppe während vielen Jahren auf die Beine gestellt hatte, fiel bereits im vergangenen Jahr aus.

Der kantonalen Abteilung für Umwelt sind diese Gepflogenheiten schon lange ein Dorn im Auge. Solche Aktionen würden die Luft belasten, mahnt sie. Die Weihnachtsbäume seien im Januar noch nicht genügend trocken, um raucharm zu verbrennen.

So würden erhebliche Mengen Feinstaub entstehen. In jedem Fall sei eine Bewilligung nötig. Diese könne der Gemeinderat nur dann erteilen, wenn ein überwiegendes Interesse vorliegt und keine übermässigen Immissionen entstehen.

«Die positiven Seiten überwiegen»

«Natürlich gibt es das Feinstaub-Problem», sagt Gewerbepräsident Jürg Rubin. «Aber die positiven Seiten überwiegen bei unserem Christbaumverbrennen.» An diesem Fest könne die Geselligkeit gepflegt werden, und die Kinder könnten ein richtiges Feuer aus der Nähe erleben.

In Herznach sei auch schon einmal wegen Wind und Regen darauf verzichtet worden, die Tannenbäume zu verbrennen, erzählt Rubin. Da seien die Bäume der Grünabfuhr zur Kompostierung übergeben worden.

In den 15 Gemeinden, die dem Abfallbewirtschaftungsverband unteres Fricktal angeschlossen sind, können Weihnachtsbäume kostenlos der Grün- oder der Kehrichtabfuhr mitgegeben werden. Die meisten werden in der Biogasanlage in Pratteln wiederverwertet.

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