Frick/Rheinfelden

Tagessonderschulen wollen mit neuer Führung Geld sparen

Derzeit besuchen 47 Kinder die Heilpädagogische Schule in Frick

Derzeit besuchen 47 Kinder die Heilpädagogische Schule in Frick

Ab 2020 übernimmt die Stiftung MBF die Trägerschaft der Heilpädagogischen Schulen Frick und Rheinfelden. Damit wird die Führung vereinfacht und es kann Geld gespart werden.

Frick und Rheinfelden wollen ihre Heilpädagogischen Schulen (HPS) unter eine gemeinsame Führung stellen und die Trägerschaft auf den 1. August 2020 an die Stiftung für Menschen mit einer Behinderung im Fricktal in Stein (MBF) übertragen. Dies heisst es in einer Medienmittelung der Gemeinden Frick, Rheinfelden und der MBF. Die beiden Schulstandorte sollen weiter bestehen bleiben.

Die beiden HPS, welche die Gemeinde im Auftrag des Kantons führen, haben aktuell 47 und 57 Schüler. Sie zählen damit zu den kleinsten Einrichtungen im Kanton. «Die heutigen Strukturen sind deshalb nicht ideal und der finanzielle Druck auf die Schulen ist gross. Die Führung der HPS ist komplex, weil viele Instanzen involviert sind und sich die Zuständigkeiten auf Gemeinde- und Kantonsebene überlagern», heisst es in der Mitteilung. Die kantonale Aufsichtsbehörde begrüsse diesen Schritt, nachdem sie bereits seit einiger Zeit eine enge Kooperation der beiden Schulen im Hinblick auf eine Versorgungsregion Fricktal postuliert habe.

Eine HPS mit zwei Standorten

Durch eine gemeinsame Trägerschaft sollen die heute komplexen Führungsstrukturen vereinfacht und Synergien genutzt werden. Dadurch, dass beide Schulstandorte erhalten bleiben, werde sich für die Schüler kaum etwas ändern. Die beiden Gemeinden haben zusammen mit der Stiftung MBF auch einen neuen gemeinsamen Standort erwogen, sind aber zum Schluss gekommen, dass aufgrund «der vorhandenen Infrastrukturen in Frick und Rheinfelden eine räumliche Zusammenführung im Moment nicht opportun und allenfalls eine langfristige Option ist, heisst es in der Mitteilung.

Früher hat sich die räumliche Zuweisung eines Kindes in eine HPS in der Regel an der Bezirksgrenze orientiert. In Zukunft wird beim Eintritt in die HPS noch vermehrt auf die Bedürfnisse der Kinder sowie die Schul- und Klassenstrukturen an den beiden Standorten oder auf die Synergien bei den Transportwegen Rücksicht genommen, so die Mitteilung. Aus der kantonalen Angebotsplanung ergebe sich bereits heute, dass aktuell zehn Kinder aus dem Bezirk Rheinfelden die HPS in Frick besuchen. Für Schüler sei diese Flexibilisierung kein Nachteil.

Kinder werden abgeholt

Kinder, die den Schulweg nicht selbstständig bewältigen können, sollen an ihrem Wohnort zu Hause abgeholt und zur Schule gefahren werden. «Es spielt deshalb auch kaum eine Rolle, ob zum Beispiel eine Schülerin oder ein Schüler aus dem mittleren Fricktal die HPS in Rheinfelden oder in Frick besucht», wie es in der Mitteilung heisst.

Neben Vereinfachungen in der Führung und Administration der beiden Schulen erwarten die drei Partner auch Synergien bei den Schulnebenleistungen, zum Beispiel beim Schülertransport oder bei der Mittagsverpflegung. Der Stiftungsrat der Stiftung MBF sei daher gewillt, die Trägerschaft für die «HPS Fricktal» mit den beiden Standorten zu übernehmen. Bereits heute arbeitet die Stiftung MBF auch mit den beiden HPS zusammen.

Die Angebote der Stiftung MBF stehen, wie jenes der HPS, unter der Aufsicht der Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten des Kantons Aargau und werden genauso wie die HPS über Leistungsaufträge des Kantons finanziert und gelenkt. Mit der Stiftung Schürmatt im Raum Aarau und der St. Josef-Stiftung im Freiamt bestehen im Kanton Aargau bereits heute zwei gleiche Organisationsmodelle für die Angebote der Sonderpädagogik. Die Gemeinderäte und Schulpflegen Frick und Rheinfelden sind deshalb überzeugt, dass die Stiftung MBF als Kompetenzträgerin für Sonderpädagogik die besten Voraussetzungen für die Übernahme einer gemeinsamen Trägerschaft mitbringt.

Gemeinden entscheiden

Die beiden Gemeinden führen die HPS als Eigenwirtschaftsbetriebe seit rund 50 Jahren. Sie wurden durch Beschlüsse der Gemeindeversammlungen eingeführt. Im Sommer 2018 wollen die Gemeinderäte deshalb auch die Gemeindeversammlungen über die Abgabe der Trägerschaften befinden lassen. In den kommenden Monaten soll eine gemeinsame Projektgruppe mit Vertretenden der beiden Gemeinden und Schulen sowie der Stiftung MBF die Einzelheiten der künftigen Organisation ausarbeiten. Dabei werden die Vision und die Strategie für die erfolgreiche Einbettung der beiden HPS in die neue Trägerschaft erarbeitet. (nch)

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