Thematisch inspiriert von der im Jahr 2008 abgehaltenen historischen Tagung zum Thema «Walter von Klingen und das Kloster Klingental zu Wehr» soll diesmal die Burgenlandschaft zu beiden Seiten des Rheins eine regionalgeschichtlich-wissenschaftliche Würdigung erfahren. Ein zentrales Anliegen des Symposiums, das von der Hochrheinkommission aus Mitteln des Interreg-IV-Programms gefördert wird, ist die grenzüberschreitend angelegte Konzeption.

Zusammenarbeit über die Grenzen

«Gestalt, Funktion und Geschichte dieser Monumente als Zeichen der herrschaftlichen Durchdringung des Raumes genauer zu analysieren und zur Diskussion zu stellen», definiert Prof. Thomas Zotz in einer schriftlichen Stellungnahme als Ziel des Symposiums. Die erneute Teilnahme des renommierten Freiburger Mediävisten ist für Kulturamtsleiter Reinhard Valenta ein echter Glücksfall.

Durch den Einbezug des Doktorandenstabes des 2010 emeritierten Lehrstuhlinhabers an der Universität Freiburg i. Br. stehe dem Symposium der «neueste Forschungsstand» zur Verfügung, betont Valenta. Gross sind die Erwartungen des Kulturamtsleiters auch an die Zusammenarbeit mit der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde (FBVH).

Dank der vorzüglichen Kontakte des Präsidenten David Wälchli sei es möglich gewesen renommierte Schweizer Historiker, Denkmalpfleger und Archäologen wie Peter Frey, Christoph Reding und Reto Marti mit ins Boot zu holen, begeistert sich Valenta. Das Programm des Symposiums in der Wehrer Stadthalle am Samstag, 22. November, von 9 bis 18. Uhr ist im Internet unter www.wehr.de und www.fbvh.org einzusehen.

Ergänzt und vertieft werden die Beiträge des Symposiums durch eine sechsteilige Vortragsreihe (siehe Box). Angelehnt sei diese an die inzwischen zur Tradition gewordenen «Wintervorträge» der FBVH, erklärt Wälchli. Diese seien «stets gut besucht gewesen», fügt er hinzu.

Begegnungen über den Rhein

«Endlich gibt es einmal einen Vortrag über die Burg Bärenfels, und dann findet dieser nicht in Wehr statt», zitiert Reinhard Valenta eine kritische Stimme aus der Wehrer Einwohnerschaft, die ihm bereits zu Ohren gekommen war. Der Kulturamtsleiter hält dagegen: Die wissenschaftliche und persönliche Begegnung der Menschen beiderseits des Rheins zu unterstützen, sei ja gerade eine Bedingung des Förderkonzeptes gewesen, erklärt er.

Der Wehrer Bürgermeister kann dem nur zustimmen: «Damals hat es auch keine Grenze gegeben», gab er zu bedenken. Und auch heute sei es noch wichtig, die «Gemeinschaftlichkeit des Kulturraumes herauszustellen», so der Wehrer Bürgermeister.