Laufenburg
Swissgrid informierte per E-Mail über den Wegzug

Nationale Netzgesellschaft informierte über den geplanten Abbau im Fricktal an der Gemeindeversammlung. Der Entscheid von Swissgrid wurde scharf kritisiert.

Peter Schütz
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Das Gebäude der Swissgrid in Laufenburg mit der an der Gemeindeversammlung erwähnten «Wöschhänki» (Stromverteilungsanlage).chr)

Das Gebäude der Swissgrid in Laufenburg mit der an der Gemeindeversammlung erwähnten «Wöschhänki» (Stromverteilungsanlage).chr)

Der geplante Wegzug von Swissgrid aus dem Fricktal nach Aarau wurde an der Einwohnergemeindeversammlung in Laufenburg scharf kritisiert. Stadtammann Rudolf Lüscher bezeichnete das Vorgehen von Swissgrid als «enttäuschend»: «Der Entscheid ist für uns nicht nachvollziehbar», erklärte er. Auch die Art, wie er im Mai 2012 über den geplanten Wegzug aus Laufenburg und Frick informiert worden sei – per E-Mail – habe ihn enttäuscht.

Gemeinde gibt sich kämpferisch

«Aber das Thema ist noch nicht gegessen», gab sich Lüscher kämpferisch. Er kündigte an, die geplante Verlegung per Schreiben von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom prüfen zu lassen. Lüscher sprach Klartext: «Wir bitten ElCom als unabhängige Instanz, die Verlegung der Swissgrid zu stoppen.» Unter anderem will der Laufenburger Gemeinderat auf die hohen Kosten hinweisen, die mit der Verlegung verbunden sind. Lüscher: «Diesen Aufwand müssen die Stromkonsumenten bezahlen.» Was mit dem Gebäude, in dem Swissgrid untergebracht ist, passieren wird, wisse er nicht. «Wir sehen nur einen Verlust», sagte Lüscher. Der Verlust, das steht fest, wird sich für die Gemeinde Laufenburg auch bei den Steuereinnahmen bemerkbar machen.

Dass der Gemeinderat den Kopf nicht in den Sand steckt, stiess an der Versammlung auf positive Resonanz. «Es ist wichtig, dass wir uns wehren», hiess es aus der Bürgerschaft. Etliche Versammlungsteilnehmer gingen mit der Vorgehensweise von Swissgrid ebenso scharf ins Gericht wie Lüscher. Es sei eine Zumutung, dass eine derartige Entscheidung von einer Handvoll Verwaltungsräte («Barone») getroffen wurde. «Dann sollen sie die ganze ‹Wöschhänki› auch grad nach Aarau mitnehmen», war zu hören.

Was passiert mit dem Gebäude?

Pascal Zimmermann bezeichnete den Wegzug als harten Schlag. «Die ganze Stromverteilungsinfrastruktur steht hier bei uns und die Steuern kassieren die Aarauer ein. Die Starken werden stärker, die Schwachen schwächer.» Alex Stäuble sagte: «Mit Bittbriefen erreicht man nichts. Die Gemeinden Frick und Laufenburg müssen aggressiver auftreten.» Frank Fischer kritisierte das Kommunikationsverhalten von Swissgrid. Auf deren Homepage finde sich kein Hinweis auf den Umzug. Rudolf Lüscher bestätigte: «Kein Eintrag auf der Swissgrid-Homepage, wodurch der Wegzug aus dem Fricktal in der Restschweiz kein Thema ist. Wir müssen etwas machen, das Spiel ist noch nicht aus.»

Lüscher kündigte an, die kämpferische Haltung der Gemeinde Laufenburg mittels einer Pressekonferenz und Pressemitteilung bekannt zu machen. Parallel dazu will Pascal Zimmermann eine Petition in Laufenburg starten.

Die nationale Stromgesellschaft Swissgrid gab im Mai bekannt, ihren Firmensitz von Frick und Laufenburg nach Aarau zu verlegen (die az Aargauer Zeitung berichtete darüber). Das bedeutet eine Verlagerung von 370 Arbeitsplätzen in die Kantonshauptstadt. Swissgrid ist die Nationale Netzgesellschaft und verantwortet als Übertragungsnetzbetreiberin den Betrieb des Schweizer Höchstspannungsnetzes.

Die ElCom ist die unabhängige staatliche Regulierungsbehörde im Elektrizitätsbereich. Sie überwacht die Einhaltung des Stromversorgungs- und Energiegesetzes, trifft die dazu nötigen Entscheide und erlässt Verfügungen. Sie überwacht auch die Strompreise.

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