Laufenburg/Kaisten
Swissgrid-Areal: Die Hoffnung lebt trotz Rückschlag

Der Bund beteiligt sich nicht am Energiepark-Projekt beim Swissgrid-Areal. Das Projekt schafft es nicht ins Programm des Bundes «Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung». Nun muss die Finanzierung anders organisiert werden.

Marc Fischer
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Auf dem Swissgrid-Areal könnte dereinst ein Energiepark entstehen. Das Projekt hat nun aber einenRückschlag erlitten.

Auf dem Swissgrid-Areal könnte dereinst ein Energiepark entstehen. Das Projekt hat nun aber einenRückschlag erlitten.

archiv/sh

Eifrig wurde in den vergangenen Wochen und Monaten an einer Zukunftslösung für das Swissgrid-Areal auf dem Gemeindebann von Laufenburg und Kaisten gearbeitet. Die beiden Gemeinden, Vertreter der kantonalen Standortförderung Aargau Services, Exponenten von Axpo und Swissgrid sowie Experten vom Büro Ernst Basler und Partner arbeiteten eine Modellidee aus, wie es mit dem Swissgrid-Gebäude und dem Swissgrid-Areal weitergehen könnte.

Modellvorhaben Energiepark

Als Wunschszenario wurde ein Energiepark mit dem Fokus auf erneuerbare Energie angedacht. «Dabei soll es nicht um die Produktion von erneuerbarer Energie gehen, sondern es sollen sich Unternehmen ansiedeln, die in der Forschung tätig sind», erläutert Robert Salkeld von Ernst Basler und Partner.

Mit dieser Idee nahmen die Verantwortlichen an einer Ausschreibung des Bundes teil. Mit dem Programm «Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung» fördert der Bund nämlich bereits zum dritten Mal eine Reihe von innovativen Projekten von Gemeinden, Regionen, Agglomerationen und Kantonen. «Das Programm ist für eher ländliche Regionen gedacht», so Salkeld, «und es bedingt die Zusammenarbeit von Privaten und öffentlicher Hand.» Mit dem Projekt auf dem Swissgrid-Areal bewarb sich die Projektträgerschaft in der Kategorie «Wirtschaft in funktionalen Räumen fördern».

Um das Modellvorhaben Energiepark intensiv weiterzuverfolgen, rechnet man mit Kosten von knapp 300 000 Franken. «Axpo, Kanton Aargau, die Gemeinden Laufenburg und Kaisten, sowie die Swissgrid haben eine Finanzierungszusage gemacht, sofern sich der Bund beteiligt», erklärt der Laufenburger Stadtammann Herbert Weiss. Die Zusage umfasst die Hälfte der Gesamtsumme.

Der Bund hätte die anderen 50 Prozent übernommen. Hätte. Denn gestern kam die Absage aus Bern. Von den insgesamt 149 eingereichten Projekten wurden 33 Vorhaben ausgewählt. Nur gerade sechs davon in der Kategorie «Wirtschaft in funktionalen Räumen fördern». Die 33 Projekte werden von 2014 bis 2018 mit rund 3,7 Millionen Franken unterstützt. Das Energiepark-Projekt auf dem Swissgrid-Areal ist nicht unter den ausgewählten Vorhaben. «Natürlich sind wir enttäuscht», so Herbert Weiss, «wir hatten gehofft, dass unser Projekt in die Kränze kommt. Gerade auch, weil wir in einer Randregion sind.»

Nach dem Nein aus Bern bleibt die Zukunft der Idee Energiepark vage. Dennoch herrscht weiter Hoffnung. «Positiv ist, dass wir alle an einem Tisch sassen und sogar eine Teilfinanzierung erarbeitet haben», so Weiss. «Nun werden wir hoffentlich weitermachen. Schliesslich muss auf dem Swissgrid-Areal etwas gehen.» Da die Teilfinanzierung allerdings an die Zusage des Bundes gekoppelt war, müssen wieder neue Gespräche geführt werden.

«Kein Qualitätsurteil»

Auch vonseiten des Kantons klingt es weiterhin hoffnungsvoll. Marietta Frey, Teamleiterin Standortentwicklung bei Aargau Services, erklärte: «Wir wollen weiterhin den Strukturwandel auf dem Swissgrid-Areal als Chance nutzen. Der negative Bescheid aus Bern hat nichts mit der Qualität des Projektes zu tun. Es passte einfach nicht gut genug in die Kriterien des Bundes.» Jürg Blattner, Chef Sektion Agglomerationspolitik, beim Bundesamt für Raumentwicklung teilt diese Einschätzung: «Wir mussten wegen der grossen Anzahl an Bewerbungen eine strenge
Auswahl treffen. Zahlreiche weitere gute Projekte konnten nicht berücksichtigt werden. Wir hoffen aber, dass diese dennoch weiterverfolgt werden.»

Marietta Frey ihrerseits betonte weiter: «Die Arealentwicklung wurde unabhängig vom Wettbewerb des Bundes in Gang gesetzt. Dieser war einfach eine günstige Option.» An der Interessenlage der Beteiligten habe sich mit dem Nein aus Bern nun nichts geändert. Frey hofft, dass mit einer Machbarkeitsanalyse das Projekt vorangetrieben werden kann. Bereits im Juni sei eine weitere Sitzung anberaumt. Dann soll das weitere Vorgehen abgesprochen werden.