Frick
SVP schafft den Sprung in den Gemeinderat nicht - Parteiloser Voronkov ist neu im Gemeinderat

Eugen Voronkov wurde neu in den Gemeinderat gewählt. Adrian Speckert verpasst die Wahl.

Thomas Wehrli
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Überglücklich: Der neue Gemeinderat Eugen Voronkov stösst in Fricks Monti mit dem Gemeinderat und der Bevölkerung an. dka

Überglücklich: Der neue Gemeinderat Eugen Voronkov stösst in Fricks Monti mit dem Gemeinderat und der Bevölkerung an. dka

Die SVP bleibt weiter aussen vor: Adrian Speckert verpasste die Wahl in den Gemeinderat und damit den Wiedereinzug der SVP in die Exekutive. Er erhielt 525 Stimmen und lag damit 82 Stimmen hinter Eugen Voronkov (parteilos), der den frei werdenden Sitz von Thomas Stöckli (FDP) übernimmt.

Adrian Speckert ist enttäuscht, dass es ihm nicht gereicht hat – zumal die vier Parteien SVP, CVP, FDP und SP ihn im Vorfeld in einem gemeinsamen Flyer zur Wahl empfohlen hatten. Wenn er sich das Ergebnis anschaue, hätten sich die Parteimitglieder nicht an diese Empfehlung gehalten, bilanziert Speckert.

Gemeindeammann Daniel Suter, der überaus klar bestätigt wurde, hat nicht erstaunt, dass der Gemeinderat trotz sechs Kandidaten bereits im ersten Wahlgang wieder komplett ist. Das Resultat dagegen überrascht ihn eher. «Ich hätte von der Konstellation eher erwartet, dass Adrian Speckert gewählt wird.»

Ergebnis Gemeinderatswahl in Frick

Ergebnis Gemeinderatswahl in Frick

az

Dies deshalb, weil die SVP, die in Frick eine starke Hausmacht hat, seit vier Jahren nicht mehr in der Exekutive vertreten ist. Damals, Ende 2013, trat der langjährige Gemeindeammann und SVP-Politiker Anton Mösch zurück. Seine Partei verpasste es, rechtzeitig einen Nachfolger aufzubauen – und Speckert vermochte nun über die Parteigrenze hinaus zu wenig zu überzeugen. Dass die SVP nicht im Gremium vertreten ist, «macht es nicht einfacher», sagt Suter. Damit der Informationsfluss zur SVP und ihren Mitgliedern gewährleistet bleibt, «werden wir weiterhin auf eine gute Informationspolitik setzen».

Adrian Speckert kündet denn auch bereits an, die SVP werde dem Gemeinderat künftig noch genauer auf die Finger schauen. «Er muss künftig mit einer verstärkten SVP-Opposition rechnen.» Zudem sei die SVP in den Kommissionen nach wie vor gut vertreten. Speckert erwartet vom Gemeinderat eine kohärente Informationspolitik.

Genau diese hat Eugen Voronkov im letzten Flugblatt, das am Freitag in die Haushalte flatterte, kritisiert. Der Gemeinderat müsse einen stetigen Dialog mit der Bevölkerung führen «und die Bevölkerung mehr in die weitreichenden Entscheide einbeziehen», schreibt er da. Voronkov machen das «zu schnelle Wachstum, angespannte Finanzen und eine Infrastruktur an ihren Kapazitätsgrenzen» Sorgen.

Der forsche Ton im Flugblatt stört Daniel Suter nicht. «Im Wahlkampf ist Provokation erlaubt», sagt er und zweifelt «keine Minute» daran, dass der Gemeinderat in seiner neuen Konstellation als Team zusammenwachsen wird.

FDP oder nicht?

Voronkov will sein Flugblatt ebenfalls nicht als Angriff auf den Gemeinderat verstanden wissen, sondern als «kritische Stimme zur aktuellen Situation».

Ob er das frei werdende Ressort Bau von Stöckli übernimmt, «werde der Gemeinderat gemeinsam entscheiden», sagt Voronkov; er könnte es sich aber «gut vorstellen». Sein Ziel ist es, «an einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Bevölkerung» mitzuarbeiten, damit «die überdurchschnittliche Lebensqualität erhalten bleibt». Dazu zählt für ihn auch «ein vernünftiges Wachstum».

Vorerst will sich Voronkov, der «überglücklich» mit der Wahl bereits im ersten Wahlgang ist, einarbeiten – und wohl auch die Frage klären, ob er nun als Parteiloser im Gemeinderat sitzt oder doch als FDP-Vertreter. Denn Voronkov besitzt das FDP-Parteibüchlein. Er bestätigt gegenüber der AZ, dass er nach wie vor FDP-Mitglied ist – und auch bleiben will.

Auf die weitere Arbeit als Gemeinderat und Ammann freut sich der offizielle FDP-Vertreter Daniel Suter. Er wurde – wie die anderen Gemeinderäte – deutlich bestätigt (siehe Tabelle). Als Vizeammann wird weiterhin Christian Fricker amten; er erzielte 875 Stimmen. Das Resultat sei «eine Riesenfreude», sagt Suter, und auch eine Bestätigung der Arbeit, die er und seine Ratskollegen geleistet haben. Als Hauptherausforderungen für die nächsten vier Jahre sieht er die Finanzen und die Weiterentwicklung des Dorfes.