Rheinfelden

SVP-Referendum steht – Stimmvolk hat das letzte Wort zum Roten Haus

Das Rote Haus soll in ein Beratungszentrum umgebaut werden.

Das Rote Haus soll in ein Beratungszentrum umgebaut werden.

Das Referendum gegen den Umbau des Roten Hauses in ein Beratungszentrum ist zustande gekommen: Die SVP Rheinfelden hat 1066 Unterschriften gesammelt.

Das Stimmvolk von Rheinfelden entscheidet über den 4,36 Millionen Franken teuren Umbau des Roten Hauses in ein Beratungszentrum. Die SVP hat 1066 Unterschriften für das Referendum gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember gesammelt – 728 waren notwendig. Das SVP-Referendumskomitee um Leiter Fritz Gloor übergab am Montagmorgen im Rathaus die gesammelten Unterschriften an Stadtschreiber Roger Erdin. Die Volksabstimmung wird voraussichtlich am 18. Mai stattfinden.

Die Gemeindeversammlung hat den Umbau des baufälligen Gebäudes mit grossem Mehr bewilligt. Ein Rückweisungsantrag der SVP wurde mit 204 zu 58 Stimmen abgelehnt. Laut Gloor stammten rund 100 Teilnehmer aus Kreisen der Institutionen, die in das Rote Haus einziehen sollen. An der Gemeindeversammlung sei ein grosses Unbehagen in der Bevölkerung zu spüren gewesen. Bereits im Vorfeld sei kritisiert worden, die Sanierung verursache zu hohe Kosten und lasse viele Fragen offen.

«Regelrechte Volksbewegung»

Bei der Unterschriftensammlung erhielt das SVP-Referendumskomitee nach Angaben von Gloor zahlreiche aufmunternde Rückmeldungen. An der Aktion hätten sich auch Vertreter anderer Parteien, die sich nicht offiziell gegen den kostspieligen Umbau aussprechen könnten. Eine «regelrechte Volksbewegung» habe eingesetzt.

Gloor sprach an der Medienorientierung von einem «Meilenstein» in der Geschichte der SVP Rheinfelden. Zum ersten Mal habe die Ortspartei ein Referendum gestartet und auch zustande bekommen. Es sei eine «unglaubliche Parforceleistung» gewesen, während der Feiertage die notwendigen Unterschriften zusammenzubekommen, sagte Daniel Vulliamy, Präsident der SVP Rheinfelden.

Das Ergebnis zeige, dass weite Kreise der Bevölkerung Alternativen zum teuren Ausbau des Roten Hauses wünschten. «Wir werden uns mit Vorschlägen melden», versprach Gloor. Die SVP könnte sich zum Beispiel den Einbau von Wohnungen vorstellen, die einen kostendeckenden Betrieb ermöglichen würden. Denkbar sei auch, das Rote Haus aus dem kommunalen Schutz zu entlassen und abzureissen. «Auch diese Diskussion werden wir vertieft führen.»

Mit dem Zustandekommen des Referendums sei aber erst ein Etappenziel erreicht worden, erklärte Vulliamy. «Wir hoffen, weiterhin auf die Unterstützung der Leute zählen zu können, damit wir auch die Volksabstimmung gewinnen.»

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