«Mit dem Ergebnis des vergangenen Jahres können wir nicht zufrieden sein», sagte Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung des deutsch-schweizerischen Stromerzeugers Energiedienst (ED), bei der Vorstellung des Geschäftsberichts für das Jahr 2013 gestern in Rheinfelden. Zwar produzierte und verkaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr mehr Strom als im Jahr zuvor. Doch haben sich unter anderem stark gesunkene Grosshandelspreise und der Wegfall von Langfristverträgen negativ auf das Betriebsergebnis ausgewirkt: Dieses liegt mit 79 Millionen Euro um 20 Prozent unter dem des Vorjahres.

«Branche ist weiter im Umbruch»

Die Wasserkraftwerke am Hochrhein und im Wallis haben zwar nicht ganz so viel Strom wie im Jahr zuvor produziert, doch sei das Ergebnis wegen der ergiebigen Schneefälle im Winter und des regenreichen Sommers dennoch zufriedenstellend. Die Gesamtleistung konnte Energiedienst um acht Prozent auf 1075 Millionen Euro steigern: «Damit haben wir erfreulicherweise zum ersten Mal die Schwelle von einer Milliarde steigern können», freute sich Martin Steiger über diese Zahl.

«Die Energiebranche befindet sich nach wie vor im Umbruch», sagte der ED-Chef weiter und kündigte einen «umfassenden Strategienprozess» an. «Wir haben entschieden, uns künftig wieder stärker auf unsere Region zu konzentrieren», nannte Steiger als ersten Schritt in diese Richtung. Zwar stehe er zu der Entscheidung des Unternehmens, sein Produkt Naturenergie deutschlandweit zu vertreiben, doch je weiter weg, desto geringer sei die Durchschlagskraft. «Ein Kunde in Schleswig-Holstein kann keine Beziehung zum Kraftwerk Rheinfelden aufbauen wie einer aus der Region, der es sogar schon besucht hat», so Steiger.

Arbeit an Gasnetzkonzession

Als künftige Projekte skizzierte er ein solares Nahwärmenetz in Saas-Fee im Kanton Wallis. Dort soll die überschüssige Sonnenenergie des Sommers in einem Felsen gespeichert werden, damit sie im Winter zur Verfügung steht. In Lörrach arbeite Energiedienst an einer Gasnetzkonzession, und in Grenzach-Wyhlen begleite sie eine Solarsiedlung, stellte Martin Steiger weitere regionale Projekte vor. Bereits 2013 hatte das Unternehmen mit der Stadt Wehr und den Stadtwerken Bad Säckingen gemeinsam die Stadtwerke Wehr gegründet.

Trotz des gesunkenen Betriebsergebnisses kündigte Steiger keine Erhöhung der Strompreise an: «Das haben wir im Moment nicht auf dem Schirm.»