Die geplante Wasserstoff-Anlage beim Kraftwerk Wyhlen bei Kaiseraugst beschäftigt Behörden, Naturschutzverbände, den Investor Energiedienst AG und die Gegner des Projekts weiterhin. Im Frühjahr hatte eine Bürgerinitiative um Anwohner Michael Kempkes rund 300 Unterschriften – etwa 50 davon aus der Schweiz – gegen das Vorhaben gesammelt.

Diese Woche nun fand ein Runder Tisch zum Thema statt. Am Tisch sassen neben Energiedienst-Vertretern auch Fraktionen der Gemeinde Grenzach-Wyhlen, des Regierungspräsidiums sowie des Naturschutzbunds Deutschland und vom Bund. «Wir können ein positives Fazit des Treffens ziehen», sagt Energiedienst-Sprecher Alexander Lennemann in der «Badischen Zeitung» (BZ). Er habe den Eindruck, dass einige offene Fragen hätten geklärt werden können.

Auch Gegner in der Schweiz

Allerdings gab es auch Uneinigkeiten. Bürgermeister Tobias Benz etwa stellte auf Nachfrage der BZ die Aussagekraft der gesammelten Unterschriften infrage. «Sie sind unter der Fragestellung ‹Sind Sie gegen eine Chemieanlage im Naturschutzgebiet?› gesammelt worden. Das entspricht nicht den Tatsachen.» Die rund 50 Unterschriften aus der Schweiz seien ausserdem «in diesem Fall nicht von Belang», kritisierte Benz und bemängelte weiter, dass die Unterschriften nicht vorgelegt worden seien.

Die Bürgerinitiative streitet dies ab: «Die Unterschriften wurden mit der ersten Eingabe gegen den Bebauungsplan beim Rathaus vorgelegt und von einer Mitarbeiterin eingescannt», sagt Kempkes. Die Originale seien nun wieder bei der Bürgerinitiative. Weiter sagt er: «Die von Herrn Benz genannte Fragestellung hat es nie gegeben.» Vielmehr stehe die Sammlung unter der Überschrift «Für den Erhalt des Naherholungsgebietes am Wasserkraftwerk und gegen den Bau einer Chemieanlage». Darunter habe der Zusatz gestanden: «Keine Wasserstoffanlage am Rande unseres Naturschutzgebietes am Altrhein direkt neben Wohnbebauung.»

Ob und inwiefern die Schweizer Unterschriften relevant sind, ist derweil offen. Zumindest die Schweizer Behörden sind in einer «Grenzüberschreitenden Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung» zu einer Stellungnahme eingeladen. Diese läuft noch bis zum 20. Juni.