Fricktal
Streckenausbau: SBB wollen Kapazität auf 400 Züge pro Tag verdoppeln

Die SBB wollen die Streckenkapazität zwischen Rheinfelden und Mumpf erhöhen. Baustart soll im Frühling 2015 sein, Ende 2016 sollen die Arbeiten beendet werden. Gemäss Prognosen werden auf dem Abschnitt dann mehr Güter- als Personenzüge verkehren.

Marc Fischer
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Zwischen Rheinfelden und Mumpf sollen die Züge bald im 3-Minuten-Takt verkehren.

Zwischen Rheinfelden und Mumpf sollen die Züge bald im 3-Minuten-Takt verkehren.

Marc Fischer

Im Jahr 2011 fuhren pro Tag durchschnittlich 108 Güterzüge auf dem Abschnitt zwischen Rheinfelden und Mumpf – 71 tagsüber, 37 in der Nacht. Nun soll das Angebot ausgebaut werden.

Im Rahmen des Konzepts Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur (ZEB) soll die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur erhöht werden und die betriebliche Zugfolgezeit von vier auf drei Minuten gesenkt werden.

Ein entsprechendes Plangenehmigungsverfahren ist derzeit im Gang, die Gesuchsunterlagen liegen in Rheinfelden, Möhlin, Mumpf, Zeiningen und Wallbach noch bis zum 11. März auf.

Verdoppelung der Güterzüge

Eiken–Hornussen und Effingen–Brugg folgen

Die Ausbaupläne der SBB beschränken sich nicht nur auf den Abschnitt Rheinfelden-Mumpf, sondern auf die ganze Bözberg-Linie. So sind ähnliche Plangenehmigungsverfahren im Fricktal und der näheren Region geplant. Für die Strecke Eiken-Hornussen wird das Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr im Frühling 2014 eingereicht.

«Wir planen die Realisierung des Bauprojekts zwischen 2015 und 2018», erklärt SBB-Sprecherin Lea Meyer. Für den Streckenabschnitt Effingen-Brugg ist die Einreichung des Plangenehmigungsverfahrens bereits für nächsten Monat geplant, es wird also im Frühling öffentlich aufliegen. «Die Realisierung planen wir hier zwischen 2015 und 2017.» (mf)

Laut Lea Meyer, Mediensprecherin der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), werden die Umbauarbeiten auf den Zeithorizont 2025 hin realisiert. Die Prognosen sehen 217 Güterzüge auf dem Referenzabschnitt vor – 139 tagsüber und 78 in der Nacht.

Dies kommt einer Verdoppelung der Güterzugdurchfahrten gleich. Meyer betont jedoch: «Bei diesen Zahlen handelt es sich um Prognosen; die effektive Anzahl Güterzüge hängt primär von der wirtschaftlichen Nachfrage ab.»

Die Zahl der Personenzugsdurchfahrten pro Tag soll sich gemäss der Prognosen jedoch nur marginal, von 175 auf 181 pro Tag, erhöhen.

«Das Vorhaben der Zugfolgezeitverdichtung auf der Bözberg-Achse hat keinen Einfluss auf das Angebot im Personenverkehr. Es bleibt beim Halbstundentakt im Fernverkehr und auf dem Abschnitt Basel bis Stein im S-Bahn-Verkehr», erklärt Lea Meyer die beinahe gleichbleibende Zahl der Personenzugsdurchfahrten.

Kosten: 25 Millionen Franken

Insgesamt sollen also nach der Sanierung rund 400 Züge pro Tag zwischen Rheinfelden und Mumpf verkehren. Und: Die Prognosen sehen mehr Güterzüge als Personenzüge vor. Um die Infrastruktur auf diese Kapazitäten auszubauen, müssen die SBB Weichen im Bereich Möhlin und Dossenboden erneuern, Signalabstände verkürzen und Gleisstromkreise durch Achszähler ersetzen.

Gerechnet wird mit Kosten von rund 25 Millionen Franken. Der Baustart ist im Frühling 2015 geplant, die Arbeiten sollen Ende 2016 abgeschlossen werden. Laut den aufliegenden Gesuchen ist die eigentliche Bautätigkeit auf sechs bis sieben Monate veranschlagt. In 90 Nächten und an sieben Wochenenden soll gearbeitet werden.

Auch die Stellungnahme der kantonalen Fachstellen des Departements Bau, Verkehr und Umwelt sind in den Gesuchsunterlagen enthalten. Es wird eine grundsätzliche Zustimmung zum Gesuch signalisiert, nichtsdestotrotz werden aber auch Problemfelder angezeigt.

So heisst es unter anderem zur deutlichen Zunahme von Nachtdurchfahrten: «Jede einzelne Vorbeifahrt kann zu Aufwachreaktionen führen.» Damit könne die Schlaf- und Lebensqualität deutlich gemindert werden. Zudem befürchten die Fachstellen Erschütterungen des Bodens beim Ersatz der Weichen.

SBB-Sprecherin Meyer betont, dass die gesetzlichen Lärmbestimmungen eingehalten werden. Die Strecke sei bereits lärmsaniert worden und bis ins Jahr 2025 seien auch die meisten Güterwagen lärmsaniert.