Rheinfelden
Strandbad am Rhein mit Strömungskanal und Insel mit Fontänen

Für 5,2 Millionen Franken wird das Strandbad Rheinfelden saniert. Die neu mit Edelstahl ausgekleideten Bassins für Schwimmer und Nichtschwimmer bilden dabei den markantesten neuen Teil. Damit dürfte die Wasserqualität verbessert werden.

Walter Christen
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Viel Edelstahl verwendet
15 Bilder
Strömungskanal im Nichtschwimmerbassin
Stirnseite des Schwimmerbassins im Strandbad Rheinfelden
Kuba-Vertreter, Planer, Ingenieur und Baumeister
Kuba-Geschäftsführer Willy Vogt
Im Technikraum
Im Strandbad Leitungen verlegt
Geschäftsführer Willy Vogt bei der Baustelle des Kinderbassins
Der Eingang ins Strandbad wird angepasst
Der Bau des Strandbades Rheinelden in den 1930er-Jahren
Das Strandbad liegt direkt am Rheinufer
Das Schwimmerbecken mit Edelstahlverkleidung
Strandbad Rheinfelden am Rhein mit Strömungskanal und Insel mit Fontänen.
Blick über die Bassins zu den Rutschbahnen
Auf dem Rundgang bei der Aufrichtefeier

Viel Edelstahl verwendet

Walter Christen

Die Badi ist in Laufenburg, das Freibad in Frick, das Schwimmbad in Möhlin und das einzige Fricktaler Strandbad in Rheinfelden. Wieso Strandbad? Ganz einfach, weil die Anlage direkt an den Gestaden des Rheins liegt, sozusagen am Strand.

Und eben dieses Strandbad wird im Hinblick auf die neue Saison, welche Mitte Mai eröffnet wird, einer gründlichen Sanierung unterzogen. Die Erneuerung betrifft sowohl die Schwimmbecken als auch die Hochbauten.

Kuba betreibt Bad und Eisbahn

«Im Nichtschwimmerbecken entstehen ein Strömungskanal und daneben eine kleine Insel mit Fontänen», wie Willy Vogt am Aufrichtefest erklärte. Er ist der Geschäftsführer der Kuba Freizeitcenter AG, welche das Strandbad und die Kunsteisbahn Rheinfelden betreibt.

Die Stadt Rheinfelden liegt am Rhein an der Grenze zu Deutschland und hat 12 600 Einwohner. Das Freizeitcenter liegt etwas ausserhalb der Siedlung am Rheinufer. Das Strandbad wurde 1933 erbaut und ist nebst dem Schwimmbad Baden im Kanton Aargau die einzige erhaltene Badeanstalt aus den 1930er-Jahren.

Die Bauten sind im Kurzinventar der kantonalen Denkmalpflege aufgeführt und zudem ein kommunales Schutzobjekt, war von Kuba-Verwaltungsratspräsident Urs Hohler an der Aufrichtefeier zu erfahren.

Die Kunsteisbahn wurde 1975 als Aktiengesellschaft durch private Initiative mit vielen Kleinaktionären und der Stadt Rheinfelden als Grossaktionär gegründet. Der Betrieb der Kunsteisbahn wird durch die Gemeinden Rheinfelden und Rheinfelden Baden, Kaiseraugst, Magden und Möhlin subventioniert.

Bis ins Jahr 2000 wurde das Strandbad durch die Stadt Rheinfelden betrieben. Im Jahr 2000 wurde nach einer vorgängigen Analyse das Strandbad in die bestehende Aktiengesellschaft der Kunsteisbahn integriert, und es erfolgt eine Namensänderung zur Kuba Freizeitcenter AG.

Mit den Einnahmen von Kunsteisbahn, Strandbad und den Subventionen der Gemeinden soll der gesamte Betrieb, der Unterhalt von den Gebäuden und den technischen Installationen finanziert werden.

Letzte grosse Sanierung 1985

Die letzte grössere Sanierung des Strandbads geht ins Jahr 1985 zurück. Es wurde versucht, mit jährlichem Unterhalt den Zerfall der Betonbecken aus dem Jahr 1965 aufzuhalten. Im Laufe der Jahre erweiterte man die Attraktivität mit neuen Spielgeräten beim Kinderplanschbecken. Im Jahr 2010 erfolgte der Ersatz mit Erweiterung der Wasserrutschbahn aus dem Jahr 1985.

In den letzten Jahren verzeichnete man grössere Wasserverluste und Betonabplatzungen am Betonbecken. Trotz Massnahmen wie Neuerstellung sämtlicher 350 Meter Bassinfugen war die Wirkung von kurzer Dauer. Bereits im zweiten Sommer danach war der Wasserverlust wieder rapide angestiegen.

Algenwachstum bekämpft

Während der letzten zwei Sommer bekämpfte man das Algenwachstum mit immer mehr Chemikalien, welche kaum Wirkung zeigten. Ein Teil der Badegäste störte sich heftig an den Algen, die andere Hälfte der Badegäste lobte das Vorgehen in höchsten Tönen, in der Annahme es werde sehr sorgfältig und sparsam mit dem Einsatz von Chemikalien umgegangen. Aus diesen Gründen wurde die anstehende Sanierung unumgänglich.

Kick-off im November 2012

Am 6. November 2012 fand die entscheidende Verwaltungsratssitzung der Kuba statt. Aufgrund verschiedener Analysen und Gespräche mit möglichen Planern entschied man, sofort mit der Planung und dem Bauprojekt zu starten. Es gab aber noch einige Hürden zu überwinden.

So war es unmöglich, die Investitionssumme von über 5 Millionen Franken aus dem Betrieb zu finanzieren. Daher beantragten die Kuba von der Stadt Rheinfelden eine Erhöhung des jährlichen Betriebsbeitrages um 125 000 auf total 825 000 Franken. Am 19. Juni 2013 genehmigte die Gemeindeversammlung die Erhöhung des Betriebsbeitrages und ein Darlehen von 5,2 Millionen Franken. Damit waren aber nicht alle Hindernisse bewältigt. Denn trotz sorgfältiger vorgängiger Abklärungen musste plötzlich doch noch ein Baugesuch eingereicht werden.

Bassins mit Edelstahl ausgekleidet

Das Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken sind inzwischen bereits vollständig mit hoch legiertem Edelstahl ausgekleidet. Im Nichtschwimmerbecken entstand ein Strömungskanal und daneben eine kleine Insel mit Fontänen. Die gesamte Filtertechnik wurde ersetzt und den heutigen Anforderungen angepasst. Das Badewasser wird mit Fernwärme erwärmt, wodurch die Badesaison verlängert werden kann.

Die Hälfte der Umgehungsplatte wurde abgebrochen und neu aufgebaut. Der Rest der Umgehungsplatte und Duschen wurden neu betoniert. Auf der westlichen Kopfseite des Schwimmerbeckens wurden unterirdisch ein neues Ausgleichsbecken und ein zusätzlicher Pumpenraum mit einem begehbaren Leitungskanal erstellt.

Sämtliche Hecken, welche das Nichtschwimmer- und das Schwimmerbecken umfassten, wurden entfernt. Die Wasserflächen öffnen sich gegen die Liegewiesen. An der Längsseite des Schwimmerbeckens gibt es Holzliegen. Bei der Eingangstreppe vom Nichtschwimmerbecken entstehen genügend Sitzgelegenheiten aus vorfabrizierten Betonelementen.

Das bestehende Kinderplanschbecken aus dem Jahre 1965 wurde total abgebrochen und wird gegenwärtig neu aufgebaut mit verschiedensten Attraktionen wie Schifflibach, kleine Wasserrutschbahn und verschiedenen Wasserspielen. Ringsherum entstehen genügend Sitz- und Liegemöglichkeiten.

Der bestehende 5-Meter-Betonsprungturm ins Rheinbecken wies Risse auf und wird durch einen neuen Chromstahlturm ersetzt. Das bestehende Garderobengebäude wird nicht saniert. In den letzten Jahren wurden bereits die Toilettenanlagen, Garderoben und so weiter saniert. Im Hinblick auf die Eröffnung von zirka Mitte Mai wird schliesslich auch noch die Fassade saniert und neu gestrichen.

Chromstahl oder Folie?

Ursprünglich befassten sich die Verantwortlichen des Strandbades mit der Beckensanierung und einer Folienauskleidung. Zu diesem Zeitpunkt war die Sanierung noch nicht finanziert. So hatten sie das Gefühl, dass ein Chromstahlbecken unerschwinglich wäre.

Zahlen von über einer Million Franken Mehrkosten für das Chromstahlbecken geisterten herum. Dank der Planungsfirma entschied man sich nach sorgfältigem Abschätzen der Vor- und Nachteile doch für die Variante Chrom- respektive Edelstahl.

Langlebigkeit ist ein Vorteil

Vorteile sind sicher die Langlebigkeit von gegen 50 Jahre oder mehr. Der Nachteil sind die höheren Erstellungskosten. Die Mehrkosten über das ganze Projekt gesehen schätzte man auf rund eine halbe Million Franken höher ein gegenüber einem Folienbecken. Bei einer Gesamtinvestitionssumme von 5,2 Millionen Franken betragen die Mehrkosten für das Chromstahlbecken rund 10 Prozent.

Baubeginn war im Oktober 2013

Ursprünglich war der Baubeginn für Mitte September 2013 geplant. Fast täglich wurde auf die ausstehende Baubewilligung gewartet. Dann endlich, am Montag, 6. Oktober 2013, war es so weit – ein riesiger Bagger errichtete quer über das Strandbadterrain die Baupiste.

Zu Beginn war die Koordination der einzelnen Arbeitsschritte für alle eine Herausforderung, da die wenigsten bereits ein Schwimmbad saniert hatten. «Wir erkannten schnell, dass grosse Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Unternehmen bestehen und diese einen wesentlichen Einfluss auf die Dauer der Bauarbeiten haben werden.

Daher entschieden wir uns bereits in den ersten Wochen, trotz Mehrkosten, den geplanten Pumpenraum zu vergrössern und einen 25 Meter langen, unterirdisch begehbaren Leitungskanal zu erstellen. Dadurch konnte der Baumeister unabhängig von den Bassinverbindungsleitungen seine Arbeiten vorantreiben», hielt Kuba-Geschäftsführer Willy Vogt fest.

Am Montag, dem 16. Dezember 2013, wurden die ersten Chromstahlteile für die Beckenanlage angeliefert. Wie geplant passte alles zusammen. Schliesslich wurde auch mit den Arbeiten am Kinderplanschbecken begonnen.

Die Koordination der verschiedenen Etappen des Kinderplanschbeckens verzögerte den Arbeitsbeginn. Die vielen verlegten Rohre in den Betonteilen waren für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung. Aber durch das sehr warme Winterwetter konnten mehrere Etappen gleichzeitig betoniert und somit der Baurückstand aufgeholt werden.

Ziel: Eröffnung im Mai

Ziel für die Neueröffnung war immer der Mai 2014. Das Bauvorhaben war von Beginn weg sehr ehrgeizig. Weniger als ein Jahr Vorlauf für die Planungsphase, Baubeginn bis Inbetriebnahme von 7 Monaten und Investitionssumme von 5,2 Millionen Franken.

Dazu Willy Vogt: «Der Bau ist noch nicht fertig. Zurzeit werden die letzten Baumeisterarbeiten ausgeführt sowie die Pumpen und die elektrischen und sanitären Installationen montiert. Am ehrgeizigen Ziel, das Bad Mitte Mai zu eröffnen, halten wir nach wie vor fest. Immerhin hat sich während der vergangenen 2 Wochen viel getan. Es sieht langsam nach Schwimmbad aus.»

Grosse Rasenflächen wurden durch die Zufahrtspiste, Leitungsgräben etcetera entstellt. Im Verlauf der Sanierung wurde klar, es werden auf die Eröffnung Mitte Mai 2014 nicht alle Rasenflächen begehbar sein. Zu Beginn der Sommersaison wird ein Teil der Rasenflächen abgesperrt. Um das Kinderbecken und die Zugänge zu den Schwimmerbecken wird Rollrasen verlegt.

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