«Alle acht Kaiseraugster Horste sind bereits mit mindestens einem Storch besetzt», sagt der Kaiseraugster Storchenvater Urs Wullschleger. Die ersten Vögel seien bereits vor vierzehn Tagen eingetroffen. Mittlerweile hat Wullschleger in Kaiseraugst bereits zwölf Störche gezählt. Zuletzt ist ein Weibchen auf dem «Adler» eingetroffen, wo der Storchenmann – der gleiche wie auch im Vorjahr – schon einige Tage gewartet hatte. Dies sei gang und gäbe, weiss Wullschleger. «Die Männchen kommen meist etwas früher und besetzen dann den Horst.»

Ein Blick auf die Webcam der Möhliner Storchenstation beweist, dass auch dorthin bereits wieder Störche zurückgekehrt sind. Ein beringter Storch lässt sich jedenfalls die Sonne aufs Gefieder scheinen. «Zwischen 10 und 15 Störche haben in der Region überwintert», sagt Bruno Gardelli, der Leiter der Storchenstation. Derzeit seien aber bereits wieder 25 Tiere in Möhlin. «Die ersten sind am 10. Februar zurückgekehrt», so Gardelli, das sei rund 14 Tage früher als im Vorjahr.

Malou II ist noch in Spanien

In den nächsten Tagen komme es wohl zu den ersten Storchenkämpfen, so Gardelli weiter. «Die zurückgekehrten Störche werden versuchen, ihren Horst gegen Neuankömmlinge zu verteidigen.» Auch das Balzen um Weibchen dürfte schon bald beginnen. Nicht nötig ist dies auf dem Rheinfelder Storchennestturm. Dort hat sich ein Paar bereits gefunden. Vermutlich sei es das unberingte Paar, das den Horst seit 2007 bewohne, schreibt Stephan Kaiser auf der Website des Natur- und Vogelschutzvereins Rheinfelden. Auch hier traf das Männchen einige Tage vor seiner Partnerin ein, die Anfang dieser Woche in Rheinfelden ankam.

Insgesamt verbringen jeweils rund 40 Störche den Sommer in Möhlin. 16 sind es in Kaiseraugst. Noch haben also nicht alle Störche, die den Winter in südlichen Gefilden verbracht haben, den Weg zurück ins Fricktal gefunden. Malou II etwa, der einzige besenderte Fricktaler Storch, der sicher noch lebt (die AZ berichtete), lässt es sich weiterhin in Spanien gut gehen. Dank dem Sender können sein Aufenthalt und seine Zugroute im Internet verfolgt werden. Aktuell hält er sich noch immer in Alcázar de San Juan in Spanien auf, wo er den ganzen Winter verbracht hat. Malou II kehrte allerdings auch im Vorjahr erst am 8. März nach Möhlin zurück.

Kälteeinbruch wäre verkraftbar

Ein Blick auf die Wetterprognosen zeigt für die kommenden Tage warmes und meist sonniges Wetter. Doch auch ein Kälteeinbruch würde die Störche kaum beeinträchtigen. «Sie vertragen einiges an Kälte», sagt etwa Bruno Gardelli. «Sollte es nochmals kalt werden, werden sich die Störche in ihrem Nest aufhalten und versuchen, möglichst wenig Energie zu verbrauchen.» Dem pflichtet Urs Wullschleger bei. «Die Störche ziehen im Winter nicht primär wegen der Kälte in den Süden, sondern wegen des Futtermangels.» Nun würden sie in der Region aber selbst dann noch genug Futter finden, «wenn es ein Schäumchen Schnee gibt».