Kaiseraugst
Stiftung plant Millionen-Neubau für Senioren

In fünf Jahren soll das Alterszentrum Rinau Park mit 60 Pflegeplätzen und 30 Wohnungen stehen. Auch ein Restaurant und Seminarräume sind in Planung.

Horatio Gollin
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Das Alters- und Pflegeheim Rinau soll abgerissen werden. An gleicher Stelle soll ein neues Alterszentrum entstehen.

Das Alters- und Pflegeheim Rinau soll abgerissen werden. An gleicher Stelle soll ein neues Alterszentrum entstehen.

AZ

Dicht drängten sich die interessierten Zuhörer auf der Veranstaltung im Speisesaal des Altersheims Rinau. Dort wurde über die Zukunft der Liegenschaft informiert: Die Stiftung Rinau Park Kaiseraugst plant anstelle der Erweiterung und Sanierung des knapp 30-jährigen Gebäudes einen Neubau.

40 Personen stünden auf der Warteliste für die 40 Heimplätze, so Erhard Schöpfer, Vizepräsident des Stiftungsrates. Er führte aus, dass mit der bisherigen Form der Trägerschaft eine Erweiterung nicht möglich war.

Vor zwei Jahren waren Gespräche dazu mit der Gemeinde aufgenommen worden und per 1. Januar hatte der Verein für Alterswohnheime die Trägerschaft auf die neu gegründete Stiftung übertragen sowie die Ortsbürgergemeinde das Baurecht. Der Verein wirkt fortan als Kultur- und Förderverein Rinau Park weiter.

Coiffeur, Restaurant und Konzerte

Heimleiterin Raphaela Bootz führte aus, dass die bestehenden 40 Pflegeplätze auf 60 erweitert und auch drei Ferienzimmer und zwei Zimmer für Tagesgäste eingerichtet werden sollen. Für betreutes Wohnen sind 30 bis 35 Wohnungen mit zwei und zweieinhalb Zimmern geplant.

Neben Inhouse-Spitex sollen auch verschiedene Dienstleistungen wie Coiffeur oder Ergotherapie sich ansiedeln. Auch ein Restaurant und Seminarräume für Nichtbewohner sind geplant. Das Haus soll weiter für öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerten geöffnet werden.

Der fünfköpfige Stiftungsrat, dem auch ein Vertreter der Einwohner- und ein Vertreter der Ortsbürgergemeinde angehören, hatte sich nach der Analyse zu einem Neubau des Pflegeheims auf dem gleichen Grundstück und dem Abriss des jetzigen Altersheims entschlossen.

Hans Moritz, Präsident des Stiftungsrates, erklärte, dass bis Anfang 2019 ein Projektwettbewerb stattfinden solle, um im 4. Quartal 2019 die Baueingabe machen zu können. Mit dem Baubeginn rechnet er für Mitte 2020. Schon im 1. Quartal 2022 soll das neue Pflegeheim in Betrieb gehen. Im 4. Quartal 2023 sollen die Wohnungen bezugsbereit sein. Die Kosten schätzte Moritz auf 40 bis 50 Millionen Franken.

Er führte aus, dass die Stiftung die drei Bauszenarien Erweiterung, Aufstockung und Neubau geprüft hatte. «Der Neubau kam uns zuerst spanisch vor», so Moritz, aber sie hätten keine Option auslassen wollen.

Die fachliche Analyse zeigte, dass gegen eine Aufstockung der bauliche Aufwand sprach. Weiter hätte eine Erweiterung und Sanierung bei laufendem Betrieb Einbussen an Lebensqualität für die Bewohner bedeutet. Dazu kämen Mehrkosten von 1,5 bis 2 Millionen Franken für den Betrieb, sagte Moritz, der auch von einer abnehmenden Auslastung in dieser Phase ausging.

Moritz erläuterte, dass es finanziell keinen Unterschied zwischen den Varianten Neubau und Erweiterung gebe, während die Belastungen und Risiken bei einer Erweiterung grösser wären.