Burundikids Schweiz
Diese Fricktaler Stiftung hilft in einem Land, dem es so schlecht geht, dass Corona fast egal ist

Burundi ist eines der ärmsten Länder der Welt. Grund dafür sind grosse politische Unruhen und bewaffnete Konflikte. Die Hilfsorganisation Stiftung Burundikids Schweiz mit Sitz in Rheinfelden ist in Burundi tätig. Während Corona für die Menschen im Land kaum Bedeutung hat, bekam sie die Pandemie zu spüren.

Simon Widmer
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Burundikids-Spital: Im Centre Médical Hippocrate werden alle Patienten behandelt, ob sie zahlen können oder nicht.

Burundikids-Spital: Im Centre Médical Hippocrate werden alle Patienten behandelt, ob sie zahlen können oder nicht.

zvg / Markus Raub

Die Stiftung Burundikids Schweiz ist ein Hilfswerk aus Rheinfelden, das im ostafrikanischen Land Burundi tätig ist. Sie unterstützt verschiedene Projekte der vor Ort tätigen Organisation Fondation Stamm. Das wichtigste ist dabei ein Krankenhaus namens Centre Médical Hippocrate. Wie die Stiftung in ihrem nun veröffentlichten Jahresbericht schreibt, konnten dort im vergangenen Jahr dank Spenden knapp 9000 Patienten behandelt werden.

Ursprünglich war einmal angedacht, dass das Spital sogar komplett selbstversorgend wird. Leider wurde das Land aber in den letzten Jahren mehrmals von starken Überschwemmungen heimgesucht, zuletzt im April diesen Jahres.

Nur wer kann, muss bezahlen

Wie Markus Raub, Stiftungsrat der Stiftung Burundikids, auf Anfrage erzählt, habe sich die Organisation dann dazu entschieden, die Verletzten zu behandeln, auch ohne etwas dafür zu verlangen. «Wir haben im Spital das System, dass wir nur Geld für eine Behandlung verlangen, wenn die Patienten es auch bezahlen können», sagt er.

«Weil viele Menschen hier in Lehmhütten leben, wurde bei der Überschwemmung ihr gesamtes Haus mit all ihrem Hab und Gut weggeschwemmt.»

Deshalb habe es viele Verletzte gegeben und «nur sehr wenige, die ihr Krankenhausbesuch bezahlen konnten», sagt Raub weiter.

Auch das Spital selbst wurde beinahe Opfer der Flut, doch das Wasser stoppte zum Glück – nur wenige hundert Meter von der Einrichtung entfernt.

Corona verschlimmert die Armut

Auch die Coronapandemie hat ihren Einfluss auf das afrikanische Land. Seit Ende März wurden die Flughäfen und die Grenzen im Land geschlossen, da die ersten Fälle verzeichnet wurden. Das hatte zur Folge, dass nun wichtige Handels- und Einkommensmöglichkeiten fehlen und so die Armut noch verschlimmert wird.

Ansonsten habe das Virus aber keine allzu grosse Bedeutung für die Einwohner, sagt Raub und erklärt:

«Es ist für die Leute einfach eine weitere Krankheit neben Ebola und Malaria, an der man sterben kann.»

Deshalb wird sie auch beinahe ignoriert. Für sinnvolle Massnahmen würde sowieso die Infrastruktur im Land fehlen, da kaum Tests verfügbar sind. Selbst bei dem im vergangenen Sommer verstorbenen Ex-Präsidenten Pierre Nkurunziza geht man davon aus, dass er dem Virus zum Opfer gefallen ist – doch bestätigt wurde das nie.

Für Burundikids verlief die Coronazeit durchzogen. «Trotz der Pandemie kann man von einem guten Spendenjahr sprechen», sagt Raub. Die Pandemie aber erschwerte die Arbeit der Stiftung. «Wir konnten leider nie selbst nach Burundi fliegen», so Raub.

Nächstes Projekt: Solaranlage für Spital

Das nächste geplante Projekt des Hilfswerks ist eine Solaranlage für das Spital. Da Strom in Burundi nur selten verfügbar ist, aber für ein Spital sehr wichtig, wolle man dort investieren und die rund 3200 Sonnenstunden nutzen. Das Projekt sei schon grösstenteils vorfinanziert und man warte nur darauf, dass die Ingenieure für die Planung vor Ort wieder in das Land reisen können, sagt Raub.