«Fairness, gegenseitiger Respekt und Anstand werden bei uns grossgeschrieben», fasste Roger Müller seine Grundhaltung zusammen. Er leitet seit 2014 das Regionale Steueramt der Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen, Hornussen und Zeihen, das in Hornussen ansässig ist.

Gastgeber und Organisator der Infoveranstaltung am Samstag war der Verein «Attraktiver Standort Bözberg-West» (ASB). Erstmals informiere an diesem Anlass ein aargauisches Steueramt über Organisation, Aufgaben und Arbeitsweise, führte ASB-Präsident Heinz Oftinger in seiner Begrüssung aus. Der Verein ASB setze sich für den Dialog mit und zwischen Bürgerinnen und Bürgern und insbesondere mit Verwaltung und Behörden ein.

Erfolgreiche Regionalisierung

Die Regionalisierung habe sich bestens bewährt, so Roger Müller, insbesondere bringe sie eine Gleichbehandlung und eine qualitative Verbesserung der Steuerveranlagungen. «Wir sind offen für die Anliegen der Bevölkerung, erwarten aber auch eine Offenheit der Bürgerinnen und Bürger gegenüber dem Steueramt», so der Steueramtsvorsteher und relativierte gleichzeitig mit dem Hinweis, dass mit dem Steuergesetz klare Rahmenbedingungen für die Arbeit bestehen. Auch das Inkasso der fälligen Steuern sei nicht Aufgabe des Steueramtes, sondern der örtlichen Finanzverwaltung.

In einem Tour d’Horizon gewährte Müller Einblick in die Aufgaben seiner Amtsstelle. Nebst der eigentlichen Hauptaufgabe, dem Festsetzen des steuerbaren Vermögens und Einkommens, gehören dazu insbesondere die Veranlagung von Grundstückgewinnsteuern, Erbschafts- und Schenkungssteuern und Kapitalzahlungen. An vier Beispielen zeigte Müller auf, wie man anhand eines Vergleichs mit den Vorjahreszahlen möglichen Steuersündern auf die Spur zu kommen versucht.

Suche nach dem Dialog

Er betonte aber, dass man bei unerklärlichen Abweichungen nicht mit dem «Holzhammer» dreinfahre. Vielmehr würden die Betroffenen zunächst telefonisch ersucht, die Abweichungen zu begründen. Ganz generell sucht Müller nicht die Konfrontation mit seiner Kundschaft, sondern den Dialog und beweist damit, dass das Steueramt nicht irgendeine anonyme Stelle ist, sondern dass hier Menschen arbeiten, die für die Schwächen der Bürger durchaus Verständnis haben. «Wir wollen gegenüber den Steuerpflichtigen fair sein», betont Müller.

Die anschliessende Diskussion zeigte, dass ein Bedürfnis nach solchen Informationen besteht. ASB-Präsident Heinz Oftinger war denn auch sehr zufrieden mit dem Besuch und meinte: «Steueramtsvorsteher Roger Müller machte einen hervorragenden Eindruck.» Er habe damit sehr viel dazu beigetragen, dass das Steueramt, das oftmals als eine Schwachstelle in der Gemeinde wahrgenommen wird, seine Stärken und damit seine Arbeit im Dienste der Einwohnerschaft aufzeigen konnte.