Pandemie
Novartis wird in Stein Corona-Impfstoff abfüllen – und investiert dafür fünf Millionen Franken

Noch fehlt die definitive Vereinbarung, aber: Novartis will noch im zweiten Quartal des laufenden Jahres mit dem Abfüllen des Covid-Impfstoffs von Biontech/Pfizer starten. Am Standort in Stein wird dazu eine der Abfülllinien bereitgestellt und der Produktionsbereich angepasst. Novartis investiert fünf Millionen Franken.

Thomas Wehrli
Merken
Drucken
Teilen
Das Pharmaunternehmen investiert in Stein mehrere Millionen Franken für den Kampf gegen Corona.

Das Pharmaunternehmen investiert in Stein mehrere Millionen Franken für den Kampf gegen Corona.

Keystone

Novartis will sich an der Pandemiebekämpfung beteiligen und in Stein den Covid-Impfstoff von Pfizer/Biontech abfüllen. Dies teilte das Unternehmen Ende Januar mit und nannte damals als Starttermin das zweite Quartal. Dieses ist vor wenigen Tagen gestartet – die Abfüllung des Impfstoffes allerdings noch nicht. «Die Vorbereitungen sind in vollem Gange und wir erwarten den baldigen Abschluss einer definitiven Vereinbarung», sagt Konzernsprecher Satoshi Sugimoto.

Als Starttermin nennt er nach wie vor das zweite Quartal, ausgeliefert werden sollen die ersten abgefüllten Injektionsfläschchen «voraussichtlich im dritten Quartal». Wie viele Dosen Novartis für Pfizer/Biontech abfüllen wird, will Sugimoto nicht näher beziffern. Er sagt nur, dass «wir substanzielle Mengen liefern können».

Zusätzliche Mitarbeitende werden benötigt

Für das Engagement, das vorerst auf zwei bis drei Jahre befristet ist und für das eine der Abfülllinien in Stein bereitgestellt wird, muss der Produktionsbereich angepasst werden. Novartis investiert dafür rund fünf Millionen Franken, wie Sugimoto sagt, «damit wir eine zuverlässige und qualitativ hochwertige Herstellung des Impfstoffs gewährleisten können». Die Investitionen lassen zumindest indirekt einen Schluss auf die Produktionskapazität respektive die Grösse des Auftragsvolumens zu.

Das «erhebliche zusätzliche Produktionsvolumen» führt dazu, dass der Aseptik-Standort in Stein zusätzliche personelle Ressourcen benötigt. Sugimoto:

«Die genauen Zahlen werden derzeit evaluiert und mit allen Organisationen von Novartis Technical Operations im Rheintal abgestimmt.»

Absicht sei es, zusätzliche Stellen mit internen Mitarbeitenden zu besetzen, «wobei wir uns stark auf die von der laufenden Restrukturierung betroffenen Mitarbeitenden aller Standorte im Rheintal konzentrieren».

Hier wird der Impfstoff von Pfizer/Biontech zum Verimpfen vorbereitet.

Hier wird der Impfstoff von Pfizer/Biontech zum Verimpfen vorbereitet.

Sandra Ardizzone

Novartis wird den mRNA-Wirkstoff in Grossbehältern von Biontech übernehmen und in Stein unter aseptischen Bedingungen in Injektionsflaschen füllen. Aseptisch bedeutet, dass das Produktionsumfeld steril und keimfrei sein muss. Die ­Injektionsflaschen gehen nach der Abfüllung an Biontech zurück und werden von dort weltweit an Kunden im Gesundheitswesen verteilt.

Kommt Stein erneut zum Handkuss?

Das Engagement soll nicht das einzige von Novartis in der Bekämpfung der Pandemie bleiben. Sugimoto erklärt: «Als Unternehmen, das die Medizin mit fortschrittlichen Therapieplattformen neu denkt, sehen wir uns in der Pflicht, unsere Fertigungskapazitäten zu nutzen, um dazu beizutragen, die Versorgung mit Covid-19-Impfstoffen und Therapeutika weltweit zu unterstützen.»

Das Produktionsteam von Novartis befinde sich in Gesprächen «mit einer Reihe weiterer Unternehmen», um Fertigungsaktivitäten zu übernehmen. Details nennt der Sprecher keine. Die Frage, ob Stein noch ein weiteres Mal zum Handkuss kommen könnte, beantwortet Sugimoto sibyllinisch:

«Die Einzelheiten werden bekanntgegeben, sobald diese Diskussion abgeschlossen ist. Über mögliche Standorte können wir nicht spekulieren.»