Stein
Novartis: 70 Mitarbeitenden füllen für Biontech Impfstoff ab – Gespräche für weitere Fertigungsaktivitäten laufen

Spezialisten und Behörden prüfen regelmässig die Abfüllung des Covid-19-Impfstoffes in Stein. Bis Ende Jahr sollen 50 Millionen Dosen abgefüllt sein.

Dennis Kalt
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Mit dieser Produktionsanlage in Stein füllt Novartis derzeit den Impfstoff für Biontech ab.

Mit dieser Produktionsanlage in Stein füllt Novartis derzeit den Impfstoff für Biontech ab.

zvg

Mit dem Werk in Stein leistet Novartis einen nicht unerheblichen Beitrag im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie. Denn seit April dieses Jahres füllt der Pharmariese dort den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer ab. Wie Konzernsprecherin Anna Schäfers sagt, sei die Produktion weiterhin in vollem Gang:

«Alle Beteiligten haben in toller Teamarbeit und in kürzester Zeit ermöglicht, dass wir so rasch die Produktion haben aufnehmen können.»

Die produzierte Menge schwanke derzeit im Rahmen der kurz- und mittelfristigen Produktionsplanung sowie der jeweils vom Kunden bestellten Mengen, so Schäfers. «Novartis plant, in diesem Jahr in Stein über 50 Millionen Dosen für Biontech zu produzieren.» Insgesamt hat Novartis 70 Personen spezifisch für die Biontech-Produktion eingestellt, dies in enger Abstimmung mit den anderen Standorten im Rheintal.

Umfangreiche Kontroll- und Sicherheitsmasshamen

Das Abfüllen des Impfstoffes in Stein ist unter anderem nur möglich, weil Novartis dort über aseptische Produktionsanlagen verfügt. Aseptisch bedeutet, dass das Produktionsumfeld steril und keimfrei ist, damit die zuverlässige und qualitativ hochwertige Herstellung des Impfstoffs gewährleistet werden kann. Hierfür seien umfangreiche Kontroll- und Sicherheitsmassnahmen in puncto Qualität, Sicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz implementiert, die von internen und externen Spezialisten und Behörden regelmässig geprüft würden, so Schäfers.

Konkret übernimmt Novartis der Produktionsvereinbarung zufolge den mRNA-Wirkstoff in Grossbehältern von Biontech und füllt diesen unter aseptischen Bedingungen in Injektionsflaschen. Die Injektionsflaschen gehen dann an Biontech zurück und werden von dort weltweit an Kunden im Gesundheitswesen verteilt. Bereits seit April stellt Novartis in seinem Fricktaler Werk kommerzielles Material her. Mit Vertrieb des in Stein abgefüllten konnte Biontech jedoch erst vor zwei Monaten beginnen, als die Europäische Arzneimittel-Agentur grünes Licht für die Steiner Abfüllanlage erteilte.

Fertigungskapazitäten sollen genutzt werden

Die aktuelle Vereinbarung mit Biontech in Sachen Impfstoffproduktion gilt für dieses und nächstes Jahr. Ob es bereits Zusagen für die Abfüllung von Impfstoff weiterer Hersteller gibt, lässt Schäfers offen. Es tönt jedoch danach, dass die Produktion für Biontech nicht das einzige Engagement von Novartis im Kampf gegen die Pandemie bleiben wird. So befände man sich in der Pflicht, «unsere Fertigungskapazitäten zu nutzen, um dazu beizutragen, die Versorgung mit Covid-19-Impfstoffen und Therapeutika weltweit zu unterstützen», sagt Schäfers. Und sie schiebt nach:

«Das Produktionsteam von Novartis befindet sich in Gesprächen mit weiteren Unternehmen, um Fertigungsaktivitäten zu übernehmen.»

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