Fricktal
Stein, Laufenburg und Mumpf wollen bei Integration mit dabei sein

Die drei Gemeinden nehmen gemeinsam am Projekt «Mit.dabei -Fricktal» teil. Sie wollen damit aktiv das Zusammenleben und die Integration in ihren Gemeinden fördern. Die drei Gemeinden weisen heute einen hohen Ausländeranteil auf.

Susanne Hörth
Merken
Drucken
Teilen
Freuen sich auf einen guten Start von mit

Freuen sich auf einen guten Start von mit

SH

2008 hat der Bund für die Integrationsförderung das Projekt «periurban, Zusammenleben im ländlichen Raum» lanciert. Vom Bund dazu aufgefordert, haben die Kantone ihre Gemeinden zum Mitmachen animiert. Für die zweite Programmphase von 2012 bis 2015 zeigte auch der Regionalplanungsverband Regio Fricktal Interesse, lud die Gemeindevertreter zu einer entsprechenden Informationsveranstaltung ein. «Mit bescheidenem Rücklauf», erklärte Hansjörg Güntert, Steiner Gemeinderat am Mittwoch bei der Projektvorstellung.

Stein, Laufenburg und Mumpf wollen aktiv das Zusammenleben in ihren Gemeinden fördern und haben sich deshalb zum Mitmachen entschlossen. Weil der Begriff periurban nach Meinung der Steuergruppe nicht genügend über das Pilotprojekt aussagt, nennt sich das Fricktaler Modell «Mit.dabei - Fricktal».

Worum geht es? Hansjörg Güntert, Projektleiterin Isabelle Nold (40-Prozent-Pensum und Fachberater Arsène Perroud zeigen gemeinsam Ausgangslage und Ziel des Vorhabens auf. Mit einem Ausländeranteil von 28 bis 34 Prozent weisen die drei beteiligten Gemeinden gegenüber dem kantonalen Vergleich (22 Prozent) einen verhältnismässig hohen Ausländeranteil aus. Alle drei Dörfer haben relativ viele Zu- und Wegzüge zu verzeichnen. «Es wurde auch festgestellt, dass das Dorfleben und die Beteiligung der Bevölkerung am Gemeinwesen stagnieren», führt Isabelle Nold weiter aus. Vereine bekunden Mühe, ihre Tätigkeiten aufrecht zu erhalten und die Beteiligung der Eltern von schulpflichtigen Kindern am Schulalltag sei eher zögerlich. Das Zusammenleben soll nun mit «Mit.dabei» besser funktionieren.

Isabelle Nold ist nun dabei, ein Netzwerk im Fricktal, insbesondere in den drei beteiligten Gemeinden aufzubauen. Nicht an einen bestimmten Arbeitsort gebunden, via Mail (info@mitdabeifricktal.ch), über die Internetseite (www.mitdabeifricktal.ch) oder auf dem Handy (079 364 64 17) ist sie gut erreichbar.

Vermittler und Schlüsselpersonen

Sie ist Vermittlerin, um mit der Plattform «Mit.dabei - Fricktal» gemeinsam mit der Beteiligung der Bevölkerung, die Kultur des Zusammenlebens längerfristig zu fördern. Angesprochen sind Neuzuzüger, Migranten, Eltern, Vereine, Arbeitgeber und Liegenschaftsverwaltungen.

Eine wichtige Aufgabe kommt im Projekt den Runden Tischen zu. Gemeinsam mit dem Zielpublikum sollen Massnahmen zu Themen ausgearbeitet und umgesetzt werden. Eine bedeutende Rolle, so Isabelle Nold, kommt insbesondere jenen Personen zu, die den Zugang zu den unterschiedlichen Zielgruppen ermöglichen. Ein Beispiel für solche Schlüsselpersonen ist der Laufenburger Bewohnerverein. Dieser ist schon länger bemüht, das Zusammenleben der vielen Nationen in der Altstadt mit Aktionen zu fördern. Hier kann «Mit.dabei - Fricktal» eine wichtige Unterstützung bieten. Der erste Runde Tisch ist für Montag, 19. November, zum Thema «Website und Informationspool für Neuzuzüger, Migrantinnen und Migranten statt».

Finanzierung

Finanziert wird das Projekt je zu einem Drittel von Bund, Kanton und Gemeinden. «3 Franken pro Einwohner», beantwortet Hansjörg Güntert die Frage nach den Kosten für die Gemeinde. Er wie auch Isabelle Nold hoffen, dass in Zukunft auch weitere Gemeinden «mit.dabei» sein wollen.