Stein
Ein neues und erweitertes Gesundheitsangebot für das Fricktal

Spatenstich für das medizinische Kompetenzzentrum Casa Cura. Der 12,3-Mio.-Franken-Bau soll bis Ende 2022 realisiert sein und den Einwohnern ein breites medizinisches Dienstleistungsangebot anbieten.

Peter Schütz
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Die Mitglieder des Stiftungsrates beim Spatenstich am Freitag.

Die Mitglieder des Stiftungsrates beim Spatenstich am Freitag.

Bild: Peter Schütz

Am Freitagabend ist der Spatenstich für das neue Gesundheitszentrum namens Casa Cura zwischen Friedhofweg und Gartenstrasse erfolgt. Mitglieder des Stiftungsrats der Stiftung für Krankenpflege Stein (Johanna-Brogle-Gertiser-Stiftung), deren Baukommission sowie die Architekten und Vertreter von Bauunternehmen hoben die ersten Schollen mit Spaten und Bagger aus dem Boden.

Stiftungsratspräsident Urs Buser sagte:

«Der Neubau soll der Einwohnerschaft von Stein und dem Fricktal ein neues und erweitertes Angebot im Gesundheitswesen bieten.»

Viele Kräfte hätten mitgearbeitet und es möglich gemacht, dass man nun mit dem Bau beginnen dürfe, sagte er. Er erinnerte daran, dass die Stiftung den ihr auferlegten zweckgebundenen Auftrag durch den Neubau «mit einer zukunftsweisenden Umsetzung für diese und kommende Generationen erfüllt».

Der Auftrag lautet: Sicherstellung von Pflege und Betreuung von kranken und gebrechlichen Einwohnern der Gemeinde Stein durch ausgebildetes Pflegepersonal in Zusammenarbeit mit Ärzten. Das entsprechende Konzept ist laut Buser in trockenen Tüchern.

Breit abgestütztes Zentrum

Stiftungspräsident Urs Buser präsentiert das Modell des medizinischen Kompetenzzentrums.

Stiftungspräsident Urs Buser präsentiert das Modell des medizinischen Kompetenzzentrums.

Bild: Peter Schütz

Im Erdgeschoss soll ein Ärztezentrum mit einer Hausarztpraxis und einem Ambulatorium für Physiotherapie entstehen. Fachübergreifende und ambulante Sprechstunden finden direkt in der Arztpraxis im Casa Cura statt. Dafür konnte die Stiftung das Avegena Medical Center mit Sitz in Geuensee im Kanton Luzern gewinnen. Geleitet wird es von Jens Westphal, einem Arzt für Allgemein-, Palliativ- und Betriebsmedizin.

In die Partnerschaft eingeklinkt hat sich ausserdem die Salina Rehaklinik Rheinfelden. Sie will ebenfalls im Erdgeschoss mit einem Ambulatorium für Physiotherapie die Gesundheitsvorsorge ergänzen.

Im ersten Obergeschoss ist laut Werner Gabriel, Präsident der Baukommission, das altersbetreute Wohnen daheim. Er sagte:

«Dort wird man rund um die Uhr versorgt.»

Die Betreuung der Bewohner wird bei Bedarf von Home Instead Schweiz AG übernommen. Für das zweite Obergeschoss ist allgemeines Mietwohnen unter dem Begriff «Generationen Wohnen» mit mehreren unterschiedlich grossen Wohnungen vorgesehen. Gabriel bemerkte am Spatenstich: «Alles zusammen ergibt eine gute Durchmischung.»

Die Stockwerke sind mit Liften erschlossen, schwellenfrei und für Rollstuhlfahrende zugänglich. Im Untergeschoss entsteht eine Einstellhalle mit 35 Parkplätzen. Dort sind auch Umkleideraum mit Nasszelle, Kellerräume sowie die Haustechnik untergebracht. Der Bezug des Hauses ist denkbar bis Ende 2022.

Eine papierlose Baustelle

Die ersten Vorbereitungen für das mit Anlagekosten in Höhe von 12,3 Millionen Franken veranschlagte Bauprojekt sind im Gang. Aktuell wird eine Luftmessung des Einfamilienhauses am Friedweg gegenüber der Zimmerei Rohrer durchgeführt. Das Haus wird schadstofffrei gemacht und von Dienstag, 30. März, bis 9. April rückgebaut.

Stiftungspräsident Urs Buser beim Spatenstich, er bediente den Bagger.

Stiftungspräsident Urs Buser beim Spatenstich, er bediente den Bagger.

Bild: Peter Schütz

Auf die Dimensionen und Besonderheiten des Neubaus gingen die Architekten Simon und Patrick Birri ein. Simon Birri, auch Gesamtprojektleiter, erklärte, dass der Bau im Minergiestandard realisiert wird. Die Hauptenergiequelle wird durch Fotovoltaikanlage, Wärmerückgewinnung und Grundwasserwärmepumpe erzeugt.

Die PV-Anlage auf dem Dach produziert Strom für den Eigenbedarf. Das Bauprojekt wird in Zusammenarbeit zwischen Birri Architekten AG, Gruner AG, Erne AG und Kopa realisiert. Eine Besonderheit erklärte Patrick Birri: «Wir haben eine papierlose Baustelle.»

Das Projekt ist komplett digital in 3D aufgebaut und vernetzt. Was auch für potenzielle Mieter einen Nutzen bringt: Ihnen können die Wohnungen virtuell in 3D vorgestellt werden.