Vor knapp einem Jahr wurde die Baubewilligung für ein rund 60 Millionen Franken teures Holzheizkraftwerk auf dem Sisslerfeld in Eiken erteilt – doch bisher standen die Bagger still. Dies wird sich bald ändern, wenn sich die beteiligten Parteien DSM und Engie zusammen mit der EWZ einig werden: «Wir befinden uns in den Schlussverhandlungen.

Bei Investitionen in dieser Höhe müssen verschiedene Gremien innerhalb der internationalen Konzerne ihre Zustimmung erteilen. Die Schlussverhandlungen sind deshalb sehr anspruchsvoll», erklärt Philip Wernli, Mediensprecher der Engie Services AG.

Generell sind die Schlussverhandlungen auf einem guten Weg: «Es sind bereits gewisse Planungsarbeiten im Gang und die beteiligten Parteien sind zuversichtlich, dass das Projekt zu einem positiven Abschluss kommt», sagt Wernli.

Einigen sich die Parteien, dann wird der Baustart aller Voraussicht im Januar erfolgen. Die Fertigstellung ist für Mitte 2018 geplant. Das Holzheizkraftwerk wird von einer Projektgesellschaft finanziert, an der Engie zu 60 Prozent und EWZ zu 40 Prozent beteiligt sind.

Doch wieso vergehen zwischen der Erteilung der Baubewilligung und dem voraussichtlichen Baustart rund 15 Monate? «Wir mussten erst die Zusage der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) durch den Bund abwarten, weil die KEV-Beiträge einen entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Projektes haben», erklärt Wernli.

Strom für 17 500 Haushalte

Mit dem rund 150 auf 30 Meter grossen Eiker Kraftwerk soll eine nachhaltige und zuverlässige Energieversorgung des DSM-Werks in Sisseln garantiert werden. «Der erzeugte Dampf wird von DSM bezogen und in das lokale Fernwärmenetz eingespeist. Zudem werden wir Strom für rund 17 500 Haushalte – 45 Gigawattstunden – in das öffentliche Netz einspeisen», sagt Wernli. Der Biomasse-Kessel des Holzheizkraftwerks wird dabei eine Leistung von rund 35 Megawatt haben. Dies entspricht einer Leistung, die ausreicht, um 14 000 Waschmaschinen parallel laufen zu lassen.

Pro Jahr sollen in dem Eiker Kraftwerk rund 110 000 Tonnen Holzschnitzel verbrannt werden. Dies entspricht 25 Lastwagen pro Tag. Diese sollen von der Autobahn über die Laufenburger- und Schaffhauserstrasse das DSM-Areal anfahren und somit die Gemeinde nicht belasten. «Das Holz kommt voraussichtlich aus dem süddeutschen Raum und von Frankreich. Für die Beschaffung der Schnitzel wurde ein Radius von 100 Kilometern vorgegeben», sagt Wernli.

Bevor die Baubewilligung erteilt wurde, musste das Projekt eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen: «Eine Rauchgasreinigung soll sicherstellen, dass die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffoxide nicht überschritten werden», sagt Wernli. Die Abführung erfolgt über den bereits bestehenden 140 Meter hohen Kamin. Er sorgt für eine starke geografische Verteilung der Emissionen. Daher sollen keine zusätzlichen Geruchsemissionen zu erwarten sein, sondern lediglich eine grössere Wasserdampffahne. Die rund 60 Tonnen Asche pro Woche werden den vorgeschriebenen Deponien zugeführt.

CO2-neutrale Energiegewinnung

Ein Vorteil, den Wernli anführt, ist die CO2-Neutralität des neuen Holzkohlekraftwerks: «Die Menge des lokal ausgestossenen Kohlenstoffdioxids wird durch das nachwachsende Holz wieder kompensiert.» Insgesamt ergibt sich somit eine Ersparnis von 48 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr gegenüber dem heutigen Kraftwerk.