Laufenburg
«Staumauer am Schluchsee hält Erdbeben stand»

Wie steht es mit der Sicherheit der Staumauer am Schluchsee bei einem Erdbeben? «Die Mauer hält selbst starken Erschütterungen stand», sagt Gundo Klebsattel von der Schluchseewerk AG.

WALTER CHRISTEN
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Imposante Talsperre: Gewichtsstaumauer am Schluchsee hat bisher noch jedes Erdbeben unbeschadet überstanden.

Imposante Talsperre: Gewichtsstaumauer am Schluchsee hat bisher noch jedes Erdbeben unbeschadet überstanden.

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Magnitude, Epizentrum, Tektonik, Richterskala, Seismograf – das sind Begriffe aus der Erdbebenforschung, die vielleicht jenen Fricktalern in den Sinn gekommen sind, die am Samstag um 23.23 Uhr das Erdbeben mit dem Epizentrum beim Schluchsee bis in ihre Gegend gespürt haben.

108 Millionen Kubikmeter Wasser

Dabei taucht unweigerlich die Frage nach der Sicherheit dieser Staumauer auf, die am Ende des 7,5 Kilometer langen Schluchsees über 63 Meter emporragt und 108 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhält. Was hätten die am Rhein liegenden Fricktaler Orte zu befürchten, wenn die Staumauer des Schluchsees – zum Beispiel durch ein starkes Erdbeben – wirklich eines Tages zerstört würde?

«Ob und wie viele Fricktaler bei einem Dammbruch im Wasser stünden, darüber gibt es keine Berechnungen», sagte Gundo Klebsattel, ‎Teilbereichsleiter Bautechnik bei der Schluchseewerk AG mit Sitz in Badisch-Laufenburg. Die Mauer sei derart gebaut, dass sie nicht umfallen und sich eine grosse Flutwelle talwärts bewegen könne.

«Wir rechnen nicht mit einer Überflutung. Bei einem Riss in der Staumauer würde das Wasser sowieso langsam abfliessen und sich nicht in einem Schwall ins Tal ergiessen. Aber wie gesagt: Von einer solchen Annahme gehen wir überhaupt nicht aus, weshalb die entsprechenden Berechnungen nicht vorhanden sind.»

Keine Warnung für Bevölkerung

Klebsattel antwortete auf die Frage, ob für die Warnung der Bevölkerung im Falle eines Wasseralarms ein Notfallszenario besteht: «Bei uns ist es nicht so, wie in der Schweiz, wo sogar jedes Jahr einmal die Sirenen getestet werden. Ein solches Alarmdispositiv ist bis jetzt auf der deutschen Seite nicht vorhanden.»

Staumauer streng überwacht

«Dass die Mauer am Schluchsee von einem Erdbeben beeinträchtigt werden könnte, ist bei uns kein Thema. Wir sind auf der sicheren Seite. In wöchentlichen Kontrollgängen wird das Bauwerk streng überwacht.»

Im Inneren der Mauer, die begehbar ist, befinden sich hochempfindliche Überwachungsinstrumente, die jede Bewegung registrieren würden. «Aber da ist nichts», so Klebsattel. Selbst frühere Erdbeben, wie jenes in Waldkirch vor ein paar Jahren mit der Stärke von 5.4, hätten noch nie zu einer Veränderung der Statik der Staumauer geführt. «Es haben sich nicht einmal Risse gebildet», sagte der Teilbereichsleiter Bautechnik der Schluchseewerke AG.

Im Übrigen sei die Staumauer «erst vor kurzer Zeit vertieft überprüft worden». Auch ein geologisches Gutachten des Geologischen Landesamts liege vor und attestiere der Mauer einen guten Zustand. «Es ist ein sicheres Bauwerk.»

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