Rheinfelden
Stau-Schwerpunkt: Der Pannenstreifen wird zur Autobahn-Ausfahrt

Das Bundesamt für Strassen will auf der A2 und A3 zwischen Rheinfelden und Pratteln die Pannenstreifen als zusätzliche Fahrspur nutzen. Damit soll der Verkehrsfluss verbessert werden. Gehen keine Beschwerden ein, wird das Projekt 2019 umgesetzt.

Marc Fischer
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Die Nutzung des Pannenstreifens bei den Ausfahrten wirkt sich gemäss Kantonspolizei positiv auf den Verkehrsfluss aus. (Archiv)

Die Nutzung des Pannenstreifens bei den Ausfahrten wirkt sich gemäss Kantonspolizei positiv auf den Verkehrsfluss aus. (Archiv)

Nadine Böni

Der Autobahnabschnitt zwischen Augst und Rheinfelden ist als Stau-Schwerpunkt bekannt. Fast täglich stauen sich zu den Hauptverkehrszeiten die Fahrzeuge. Der dichte Verkehr in den Stosszeiten, die Autobahnverzweigung A2/A3 und der Anschluss an die deutsche A98 sind die Hauptgründe dafür. Am Donnerstagvormittag kamen zwei weitere Gründe dazu: «Die winterlichen Verhältnisse sowie ein geringfügiger Unfall bei Rheinfelden West verschärften die Situation am Morgen zusätzlich», sagt Kantonspolizei-Sprecher Bernhard Graser. Es kam in beiden Richtungen zu längeren Rückstaus.

Um die Stauproblematik bei Rheinfelden etwas zu entschärfen, hat das Bundesamt für Strassen (Astra) verschiedene Massnahmen ausgearbeitet. Eine erste wurde im vergangenen Oktober bereits umgesetzt. Es wurden neue Schilder angebracht, die die Automobilisten anweisen, bei Stau den Pannenstreifen zum Ausfahren zu benutzen.

Die Massnahme hat sich in den vergangenen vier Monaten bewährt. «Wir haben bislang gute Erfahrungen gemacht», so Graser. «Diese Verkehrsführung sorgt für eine bessere Ausnützung des knappen Raumes und wirkt sich dadurch positiv auf den Verkehrsfluss aus.» Das Astra hat diese Massnahme an verschiedenen Orten in der Schweiz ergriffen und man mache dabei allgemein gute Erfahrungen, sagt Richard Kocherhans, Chef der Astra-Filiale Zofingen. Manche Automobilisten würden den Pannenstreifen ohnehin zum Abfahren von der Autobahn nutzen. Erst durch die Signalisation sei es aber erlaubt. «Die Unsicherheit der Automobilisten nimmt deshalb durch die Beschilderung ab», so Kocherhans. Und die Autolenker kämen der Aufforderung gerne nach.

Genehmigung erteilt

«Angesichts des allgemein starken Verkehrswachstums ist klar, dass solche Lösungen den Verkehrsfluss nur punktuell optimieren können», sagt Bernhard Graser. Das Astra will deshalb auf der A2 und A3 zwischen Rheinfelden und Pratteln die Pannenstreifen als zusätzliche Fahrspur nutzen, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Vorgesehen ist neben der Ummarkierung des Pannenstreifens auch die Anpassung der Signalisation und Wegweisung an die neue Verkehrsführung. Ebenso soll im Abschnitt Augst–Rheinfelden eine zusätzliche Nothaltebucht erstellt werden. Gegen das entsprechende Gesuch gingen jedoch im vergangenen Sommer drei Einsprachen ein (die AZ berichtete). Diese sind mittlerweile abgearbeitet. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), hat laut Mediensprecherein Annetta Bundi die Plangenehmigung für die Pannenstreifenumnutzung Mitte Februar erteilt. Der Entscheid ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da die Rechtsmittelfrist noch läuft. Sollten keine Beschwerden mehr eingehen, wird das Astra das Detailprojekt ausarbeiten. «Die Umsetzung ist dann für das Jahr 2019 geplant», so Richard Kocherhans.

Auch die Lichtsignalanlage, die den Kreisel bei der Ausfahrt Rheinfelden-Ost (in Fahrtrichtung Zürich) ersetzen soll, ist einen Schritt weiter. «Wir haben das Projekt beim Uvek eingereicht», so Kocherhans. Demnächst erfolge die öffentliche Auflage.