Kaisten
Statt leiser Gebete und Predigten ertönt hier lauter Baulärm

Die Sanierungsarbeiten in der Kirche St.Michael verlaufen bisher wunschgemäss. Insgesamt wird die Sanierung 3,1 Millionen Franken kosten, 400000 Franken sollen mit Spenden finanziert werden.

Susanne Hörth
Merken
Drucken
Teilen
Sanierung Kirche St. Michael
4 Bilder
WC-Anlage wird noch renoviert.
Fenster brauchen keine Sanierung.
Freigelegte Blumenornamente.

Sanierung Kirche St. Michael

SH

Nein, ein besinnlicher Ort ist die Kaister Kirche St. Michael zurzeit wirklich nicht. Grelle Scheinwerfer blenden beim Eintreten. Das grosse Gotteshaus ist bis unter die Decke gefüllt mit unzähligen Quer- und Längsstangen, begehbaren Metallflächen und Etagen-verbindende Treppen. Es wird saniert.

Für insgesamt 3,1 Millionen Franken wird der Innenraum der Kirche einer umfassenden Renovation unterzogen. «Wir sind gut im Zeitplan. Vor unschönen Überraschungen sind wir bisher verschont geblieben», erklärt Simon Merkofer von der Baukommission.

«Mit dem Ablaugen und Neustreichen der Wände und der Decke erfolgt in den nächsten Wochen der zeitaufwendigste Teil der Sanierung», so Merkofer. Der Aufbau des imposanten Gerüstes wurde im Oktober von einer Spezialfirma vorgenommen.

Ornamente unter alter Farbe

Simon Merkofer zeigt zwischen den Gerüstelementen auf eine Mauerstelle. «Hier wurde die dicke, alte Dispersionsfarbschicht schon entfernt. Darunter kommt die frühere Wandmalerei zum Vorschein.» Alle Innenwände der Kirche seien früher so gewesen. Zu sehen sind auf grünem Grund weisse Blumenornamente, dazwischen regelmässig goldene Kreuze. Nachdem vollständigen Ablaugen der Wände werden diese mit einer mineralhaltigen Farbe gestrichen. Kein hartes Weiss, sondern als Wohlfühlfaktor ein sanfter Gelbton.

Der alte Kirchenboden ist längst entfernt, ebenso die in die Jahre gekommenen Heizungsrohre. Das neue Heizungsnetz ist bereits vom Unterlagsboden überdeckt. Damit dieser gut austrocknen kann, wird, so Simon Merkofer, in den nächsten Tagen die neue Ölheizung in Betrieb genommen. Für die Wärmegewinnung in der Kirche sorgt nach Sanierungsende zusätzlich eine Luft-Wärme-Pumpe. Die dazugehörende Anlage ist bereits aufgebaut und befindet sich ausserhalb der Kirche in einem Raum neben den Toiletten. Im Untergeschoss der Kirche ist die bereits von den Handwerkern geleistete Arbeit noch mehr zu sehen. Unzählige Leitungsrohre verlegt worden. Selbst Bauunkundige erkennen anhand der vielen aus den Wänden ragenden Drähte, dass auch die gesamte Kirchenelektrik erneuert wird.

Einweihung im September 2015

Von den Kosten von 3,1 Millionen Franken sollen 400 000 Franken mittels Spenden finanziert werden. Viele grosse Firmen hätten auf Anfrage abgewinkt, bedauert Simon Merkofer. Gleichwohl freut es ihn, dass sich immerhin schon 80 000 Franken in der Spendenkasse befinden. Die Einweihungsfeier der sanierten Kirche ist auf den 27. September 2015 geplant.