Irgendwann in den kommenden Tagen sollen die weissen Sichtschutzwände um die Grossbaustelle an der Zürcherstrasse in Stein noch weg und durch Gitter ersetzt werden. Dann können die Bewohner und Beschäftigten der Stiftung Menschen mit einer Behinderung im Fricktal (MBF) sehen, wie es mit dem Neubau vorangeht.

Die Stiftung sieht vor, auf der Landparzelle zwischen der Werkstätte «Rüchlig» und den Ateliers am Buchenweg drei Häuser mit 38 Wohnplätzen sowie 18 Atelierplätzen zu bauen. Am Dienstag fand der Spatenstich statt. Mit dabei waren auch rund 100 Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte der MBF. In drei Gruppen aufgeteilt führten sie den Spatenstich aus – «weil es nicht genügend Schaufeln hat, als dass alle gleichzeitig mitmachen könnten», sagte Geschäftsführer Jean-Paul Schnegg mit einem Lachen.

Überhaupt war den Verantwortlichen die gute Laune anzumerken. «Es ist ein besonderer Tag für die Stiftung», sagte etwa Stiftungsratspräsidentin Ursula Brun Klemm. «Auf diesen Moment haben alle Beteiligten lange hingearbeitet.»

Lange Planung hinter dem Projekt

Hinter dem 20-Millionen-Projekt steckt tatsächlich eine jahrelange Planung. Schon 1988 sicherten sich die Vorgänger in der Stiftungsleitung das Areal als stille Reserve. 2010 dann entstand erstmals die Idee, diese zu nutzen. «Es zeichnete sich ab, dass die MBF künftig mehr Wohnraum brauchen wird», blickte Jean-Paul Schnegg zurück. Die Verantwortlichen erarbeiteten daraufhin eine Strategie und führten einen Projekt-Wettbewerb durch. Im Sommer 2016 folgten die Baueingabe und nun der Baustart. «Es freut mich, dass es auf der Reise nun weitergeht», sagte Schnegg.

Geht alles nach Plan, so sind die Rohbauten der Gebäude im Frühjahr 2018 fertig. Bezugsbereit sollen sie dann im April 2019 sein. Anschliessend wird das bestehende Wohnheim «Rüchlig» in Stein umgebaut und saniert. Diese Arbeiten sollen im Mai 2020 abgeschlossen werden. Das Wohnheim verfügt dann noch über 18 Wohn- und acht Atelierplätze. Dies entspricht einer Reduktion von 12 Wohnplätzen gegenüber dem aktuellen Stand. Ausserdem wird die Liegenschaft der Wohngemeinschaft «Regenbogen» in Effingen im Jahr 2020 gekündigt. Die Plätze werden in den Neubauten in Stein untergebracht.