20 Monate sind seit Erteilung der Baubewilligung für das 60 Millionen Franken teure Holzheizkraftwerk auf dem Sisslerfeld vergangen. Gestern wurde in Eiken der Spatenstich gesetzt. «Geplant ist, dass die Bauarbeiten im November 2018 abgeschlossen sind. Ende Dezember 2018 soll das Kraftwerk in Betrieb genommen werden», sagt Philip Wernli, Mediensprecher der Engie Services AG.

Das neue Holzheizkraftwerk ersetzt die bestehende, mit Erdgas und Heizöl, betrieben Anlage. Eigentümerin der neuen Anlage wird die Energiepark Sisslerfeld AG. An dieser ist Engie zu 60 Prozent und die Elektrizitätsgesellschaft der Stadt Zürich EWZ zu 40 Prozent beteiligt.

Urs Schmid, Gemeinderat in Sisseln, freut sich über den Baubeginn, äussert jedoch gleichzeitig Bedenken über die Lastwagen, die das Kraftwerk täglich mit Holz versorgen werden: «Wenn das Holz aus Richtung Laufenburg kommt, hoffe ich nicht, dass die Lastwagen über die Hauptstrasse durch Sisseln die DSM ansteuern», sagt er. Zwar habe es Sitzungen gegeben, in denen die Gemeinderäte diese Bedenken gegenüber den Projektverantwortlichen geäussert haben, «eine konkrete Vereinbarung über die Anfahrtsrouten der Lastwagen hat es jedoch nicht gegeben», sagt Schmid.

Wernli räumt diese Bedenken aus den Weg: «In den Verträgen mit den Holzlieferanten wird festgehalten, dass sie bei der Anfahrt, Rücksicht auf die Gemeinden nehmen müssen.» So sollen die Lastwagen von der Autobahn über die Laufenburger- und Schaffhauserstrasse das DSM-Areal anfahren und somit die Gemeinden nicht belasten. Pro Jahr werden in dem Eiker Kraftwerk rund 110 000 Tonnen Holzschnitzel verbrannt. Dies entspricht 25 Lastwagen pro Tag.

Ein erster Vertrag mit einem Holzlieferanten wurde bereits abgeschlossen. «Das Holz wird innerhalb eines Perimeters von maximal 80 bis 100 Kilometern beschafft, um die CO2-Bilanz nicht zu belasten. Der grosse Teil wird aus dem Elsass und dem Schwarzwald kommen. In Anbetracht der grossen Holzmengen werden es auch grosse Lieferanten sein», sagt Wernli.

Der Rauch wird gereinigt

«Auch die Frage nach allfälligen Geruchs- und Schadstoffemissionen beschäftigt viele Einwohner unserer Gemeinde», sagt Schmid. Auch hierbei besteht laut Wernli kein Grund für Bedenken: «Eine Rauchgasreinigung stellt sicher, dass die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffoxide nicht überschritten werden», sagt er. Zudem erfolgt die Abführung über den bereits bestehenden 140 Meter hohen Kamin. Dieser sorgt für eine starke geografische Verteilung der Emissionen. Daher sollen keine zusätzlichen Geruchsemissionen zu erwarten sein, sondern lediglich eine grössere Wasserdampffahne.

Mit dem rund 150 auf 30 Meter grossen Eiker Kraftwerk soll eine nachhaltige und zuverlässige Energieversorgung des DSM-Werks in Sisseln garantiert werden. «Der erzeugte Dampf wird von DSM bezogen und in das lokale Fernwärmenetz eingespeist. Zudem werden wir Strom für rund 17 500 Haushalte – 46 Gigawattstunden – in das öffentliche Netz einspeisen», sagt Wernli.

Der Biomasse-Kessel des Holzheizkraftwerks wird dabei eine Leistung von rund 35 Megawatt haben. Dies entspricht einer Leistung, die ausreicht, um 14 000 Waschmaschinen parallel laufen zu lassen. Die rund 60 Tonnen Asche pro Woche werden den vorgeschriebenen Deponien zugeführt.