Frick
Start mit «selten schönem Kännlein»

Die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde bringt neuen Schwung in alte Beziehungen. Mit Aktivitäten oder einer Vortragsreihe sollen die Kontakte besonders im kulturell-historischen Bereich wieder aufleben.

Werner Hostettler
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Im Rahmen eines gemeinsamen Treffens von Tourismusfachleuten, Politikern und Behördemitgliedern von dies- und jenseits des Rheins bewertete Historiker Linus Hüsser, Ueken, im Januar 2006 die Reaktivierung der Beziehungen über den Rhein hinweg als äusserst positiv und stellte damals in Frick fest: «Es macht allein schon deshalb Sinn, weil der Hotzenwald und das Fricktal ja früher ein Kulturraum waren.» Und der Fricker Gemeindeschreiber Heinz Schmid doppelte nach: «Schliesslich hatten wir ja bis vor 200 Jahren dieselbe Obrigkeit.»

Start mit Vortragsreihe

Wenn sich in Sachen Obrigkeit in der Zwischenzeit einiges geändert hat, den zum Teil seit Urzeiten bestehenden, echt freundnachbarlichen Beziehungen tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil. Diese wertvollen Kontakte will nun die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde speziell im kulturell-historischen Bereich auf besondere Art wieder aufleben lassen und vertiefen, denn: «Durch Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte verbunden, wollen wir das historische und kulturelle Erbe des Fricktals und des badischen Südschwarzwaldes weiterhin ganz gezielt pflegen.»

Gestartet werden die geplanten Aktivitäten mit einer dreiteiligen Vortragsreihe im Kornhauskeller Frick mit den Themen «Die Burgruine Alt Homberg und ihre Funde», «Einblick in die Arbeit der Kunstdenkmälerinventarisation im Fricktal» und «Die Industrialisierung in Säckingen um 1900».

Populär gehalten

Als Referent für den ersten Abend (13. Januar) konnte der in Gipf-Oberfrick aufgewachsene Christoph Reding, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Mittelalter an der Kantonsarchäologie Aargau, gewonnen werden. Er stellt seinen Vortrag zum Thema «Die Burgruine Alt Homberg und ihre Funde» unter das Motto «... und siehe da, ein Kännlein von seltener Schönheit» und hält gegenüber der az Aargauer Zeitung fest: «Mein Vortrag hat seinen Ursprung massgeblich in der zurzeit laufenden wissenschaftlichen Bearbeitung des gesamten vorliegenden Alt Homberger Fundmaterials.»

Und da wird eben auch «das sel-ten schöne Kännlein» eine besondere Rolle spielen. Der populär gehaltene Vortrag wird aber auch von Archäologie und Geschichte der Burg Alt Homberg und ihrer Bewohner im Allgemeinen handeln.

Breites Spektrum

Die bisher in ihrer Art unvergleichlichen Funde hat übrigens ein Wittnauer Lehrer anno 1869 mit seinen Schülern ausgegraben. Für David Wälchli, Präsident der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde und Initiant der Vortragsreihe, ist dies denn auch ein «absolut spannendes Einstiegsthema», und er hält zudem fest: «Mit unserer in ihrer Art erstmaligen Vortragsreihe wollen wir auch aufzeigen, dass Heimatkunde ein äusserst breites Spektrum umfasst und von da her zweifellos grosse Teile der Bevölkerung zu faszinieren vermag. Ganz gezielt möchten wir auch Lehrer aus beiden Regionen ansprechen.»

Vortragsreihe im Kornhauskeller Frick, jeweils Donnerstag
mit Beginn um 20.15 Uhr:

13. Januar: «Die Burgruine Alt Homberg und ihre Funde»
10. Februar: «Einblick in die Kunstdenkmälerinventarisation im Fricktal», Referentin: Edith Hunziker, Kantonale Denkmalpflege

10. März: «Die Industrialisierung in Säckingen um 1900», Referent: Peter Ch. Müller, Bad Säckingen