Kaiseraugst
Start in die Fasnacht mit der «Fotzelschnitte»: Gestiefelte Kater und singende «Alcopellas»

Die Generalprobe der «Fotzelschnitte» zeigte, dass sich das Publikum auf ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Lachern freuen kann.

Ingrid Arndt
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Die «Fotzelschnitte» präsentiert auch dieses Jahr unterschiedlichste Nummern.

Die «Fotzelschnitte» präsentiert auch dieses Jahr unterschiedlichste Nummern.

Ingrid Arndt

Ein wenig altbacken und im Brotkasten bissfest geworden, wird aus Brotresten – mit Milch und Eiern aufgepeppt und in Butter gegrillt – eine süsse Köstlichkeit. Die bekannte Fotzelschnitte. Altbacken sind die Akteure der siebten Chaiseraugschter Fotzelschnitte allerdings ganz bestimmt nicht, eine Köstlichkeit und bissfest jedoch allemal. Dies bewiesen sie an der Generalprobe vor der heutigen Premiere.

Mit diebischer Freude nehmen sie auch diesmal wieder die Malaisen und Schieflagen unserer Zeit aufs Korn, grillieren alles genussvoll auf heisser Flamme, landen einen Lacher nach dem anderen.

Das Team der Fotzelschnitte unter Regie von René Michel bietet mit seinen Gastschauspielern, Sängern, Musikanten und Schnitzelbänklern wieder eine ganz besondere Show. Herzhafter und schwarzer Humor, Comedy, Klamauk, Akrobatik, fetzige Noten – alles ist dabei und alle Gags sind Eigenproduktionen.

Auch die Vorfreude in der Region ist gross: «Schon 90 Minuten nach Beginn des Vorverkaufs waren die Karten für alle fünf Vorstellungen restlos ausverkauft», sagt Obmann Benjamin Bürgi im Pressegespräch.

Guggenmusik und Badenixen

Waltraud und Stella, zwei aufgebrezelte Damen mit schwacher Blase und Hang zu einem guten Tropfen, führen von ihrem Logenplatz aus lästernd und spitzzüngig durch das Programm. Die fünf sangesfreudigen «Alcopellas» reisen weinselig um die Welt und machen sich mit Herzschmerz lustig über sinnentleerte Schlager und Lieder.

Fröhliche Missverständnisse gibt es in Chnulleri ́s Muusigladä, als gestiefelte Kater liefern die Guggenmusik Grossschtadtschnulleri Chaiseraugscht eine fetzige Extrashow ab. Unbeschwert plappern die Kleinsten im Kindergarten über Mama und Papa und haben dabei Dinge parat, die wohl besser daheim in den eigenen vier Wänden blieben.

Gymnastisch sind die vier Badenixen der «CHAlpirinhas» unterwegs, geben zum Donauwalzer grazil den sterbenden Schwan, betrachten leicht kritisch ihr «Hüftgold» und befinden lachend, dass eben leider in fast jede Frau eine Portion Hefe steckt.

In den Gittern einer Stahlkugel zeigt Guido akrobatisch, dass Alter und Eleganz keine Widersprüche sein müssen. Grossartig auch die Parodie über das total gegensätzliche Verhalten von Frauen und Männern im Restaurant beim Bestellen von Speisen und Getränken. Und wie man Küsse im Kino von einem Ende der Sitzreihe zur anderen transportiert und dabei auch ziemlich stürmisch Kontakt zum Nachbarn aufnehmen kann, ist eine Lachnummer für sich.

Weiter richten die Darsteller der Fotzelschnitte ein Bundesamt für ethisch korrekte Worte ein, damit nach Vorgaben der EU und «Angela» auch die kleine Schweiz europaweit auf der Höhe der sozialpolitisch sprachneutralen Vorgaben ist.