Herznach

«Starkes Signal an die Post»: 800 Personen haben Petition gegen Schliessung unterschrieben

In Herznach gibt es Widerstand gegen die Schliessung der Post. dka

In Herznach gibt es Widerstand gegen die Schliessung der Post. dka

Fast 800 Personen haben die Petition «Unsere Post muss bleiben» in Herznach unterschrieben. Der Gemeinderat fordert nun im Falle einer Post-Schliessung eine Agentur.

Es ist wie der Kampf von David gegen Goliath, wobei Goliath in diesem Fall der «gelbe Riese» ist, wie die Post auch bezeichnet wird, und David die Bürger respektive Postkunden. Anders als in der bekannten Geschichte gewinnt in diesem Fall meist – nein: eigentlich praktisch immer Goliath den Kampf, sprich: Die bedrohte Poststelle wird geschlossen respektive in eine Agentur, meist integriert in einen Volg, umgewandelt.

Dieses Schicksal droht oder blüht, je nach Perspektive, aktuell auch fünf Fricktaler Poststellen. In vier davon – Gipf-Oberfrick, Herznach, Kaiseraugst und Magden – wehrt sich die Bevölkerung aktiv. In Herznach haben 793 Personen die Petition «Unsere Post muss bleiben» unterschrieben, die den Erhalt der Poststelle fordert. Der Erhalt des Service public wird ins Feld geführt, die Standortattraktivität, die unter einer Schliessung leide, die «Reihe von Dienstleistungen», auf die man ohne Poststelle verzichten müsse. «Die als Alternative angebotenen Postagenturen, die in Dorfläden integriert werden, stellen für uns keine Alternative zu Poststellen dar», stellten die beiden Petitionsinitiantinnen, Brigitta Hächler und Julia Hoppe, bei der Übergabe der Petition an den Gemeinderat klar.

Gemeindeammann Thomas Treyer indes ist mehr als skeptisch, dass die Post auf das Signal der Bevölkerung hören wird. «Ich denke, die Post hat bereits entscheiden», sagte er vor Wochenfrist zur AZ. «Die Petition wird keinen Einfluss auf ihre Überlegungen haben.»

Agenturlösung gefordert

Nun liegt die Stellungnahme des Gemeinderates vor. Sie geht in die gleiche Richtung. Eine Petition, die von fast 800 Personen unterzeichnet wurde, sei «ein starkes Signal an die Post, das es ernst zu nehmen gilt», heisst es darin. Man habe der Post die Petition «zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet». Sie werde aufgefordert, «alles daranzusetzen, kommende Lösungen sorgfältig zu planen und umzusetzen, sodass weiter qualitativ hochstehende und effektiv nachgefragte Dienstleistungen in Herznach und im Staffeleggtal angeboten werden können». Gleichzeitig habe man den Regierungsrat über die Stellungnahme des Gemeinderates Herznach informiert.

Der Gemeinderat «bedauert» in der Mitteilung die vorgesehene Aufhebung der Poststelle. Er zeigt jedoch gleichzeitig Verständnis, «da die Poststelle offensichtlich defizitär arbeitet». Die Nachfrage nach Dienstleistungen sei im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung stark im Wandel. Und weiter: «Der Gemeinderat favorisiert im Falle einer Schliessung eine Agenturlösung, vorzugsweise im Volg.»

Dies hätte laut dem Gemeinderat den Vorteil, dass «viele Postdienstleistungen zu attraktiveren Öffnungszeiten verfügbar werden». Der Gemeinderat sei an einer konstruktiven und partnerschaftlichen Lösung in Zusammenarbeit mit der Post interessiert, «damit möglichst viele Postdienstleistungen in Herznach und im Staffeleggtal in gewohnter Qualität erhalten bleiben».

26 Poststellen geschlossen

Im Fricktal gab es im Jahr 2000 noch 36 Poststellen. Heute sind es noch zehn, fünf davon werden aktuell «überprüft», wie die Post den Status nennt. Im Gegenzug sind 12 Agenturen entstanden, meist in den örtlichen Lebensmittelladen integriert. Ab 3. Januar kommt Agentur Nummer 13 hinzu, jene in Eiken. Mindestens bis 2020 garantiert sind fünf Poststellen: Frick, Laufenburg, Möhlin, Stein und Rheinfelden.

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