Wittnau
Starker Franken geht in Flammen auf

Die Fasnachtsfeuer widmeten sich dem Eurosturz und dem Jubiläum der Dorfkirche.

Martha Liechti
Drucken
Teilen
Die Oberen haben sich mit dem Eurosturz und dem starken Franken befasst.

Die Oberen haben sich mit dem Eurosturz und dem starken Franken befasst.

Christian Volkmer

Jedes Jahr warten die Zuschauer gespannt auf die Feuerbilder, die weitherum sichtbar sind. Organisiert werden die Fasnachtsfeuer getrennt im Ober- und Unterdorf.

«Bürli, Bürli rai ab...», dieser Spottvers, der in den weiteren Liedversen von den Oberen gegen die Unteren und von den Unteren gegen die Oberen gerichtet ist, ertönte bereits bei den Vorbereitungen am Samstag und Sonntag immer wieder lauthals. Das kurzzeitige schöne Wetter am Sonntagnachmittag lockte auf dem Limperg im Oberdorf und auf dem Homberg im Unterdorf wieder einmal viele Besucher an, die zumindest mental die Arbeitenden unterstützten.

Neun Paare, die im letzten Jahr geheiratet haben, halfen nach alter Tradition tatkräftig und vor allem finanziell mit. Diese Paare, «Anzünder» genannt, hatten die Ehre, die Flammenschriften am Abend zu entzünden.

Feurige Schriften

Pünktlich um 20 Uhr ertönte ein Böllerschuss als Startzeichen zum Entzünden der Feuerbilder. Die Zuschauer im Dorf, die bisher die Themen der geheim gehaltenen Sujets nicht kannten, mussten nicht lange rätseln. Nach wenigen Augenblicken leuchtete vom Limperg ein Hammer, der den Euro zerschlägt. Der Eurosturz bringt je nachdem Vor- oder Nachteile und so haben die Oberen in einem Schriftzug auch noch den starken Franken erwähnt.

Im Mitteldorf, also neutral gelegen, begannen die Kirchenglocken zu läuten. Nicht die Lärmdiskussion war der Grund, sondern der Wittnauer Kirchenbau, der dieses Jahr 250-Jahr-Jubiläum feiert. Das Glockengeläut unterstrich akustisch die Feuerbilder und Flammenschriften am Homberg.

Nach wenigen Minuten formierten sich an beiden Hängen lange Fackelzüge, die sich dann Richtung Dorf in Bewegung setzten. Bei den Besuchern angekommen, wurden die Stimmbänder ein letztes Mal strapaziert, bevor es zum wohlverdienten, aber selbstverständlich getrennten Nachtessen ging. Übrigens, die Wittnauer sind nun wieder friedlich vereint – bis zum nächsten Fasnachtsfeuer im kommenden Jahr.

Aktuelle Nachrichten