Nicht mehr in das Keramikfestival integriert ist der Feuerbrand. Dafür wurden in der Dämmerung drei hohe Stelen aus übereinandergebauten Keramikschalen, in denen wachgetränkte Papierrollen liegen, entzündet. «Sie geben so mit ihrem lebendigen Licht eine einmalig schöne Atmosphäre» erklärte Mathies Schwarze, Leiter und Inhaber der gleichnamigen Keramikschule. Und weiter: «Gemeinsam mit unseren Gästen feiern wir am Abend ein Fest, musikalisch umrahmt vom Trio Amal mit osteuropäischer Zigeunermusik.»

Erstmals in Turnhalle

Um den Launen des Wetters aus dem Weg zu gehen, präsentierten und verkauften die 30 Keramikschülerinnen und -schüler von Schwarze ihre Exponate diesmal in der Turnhalle. Positiver Nebeneffekt: die Stände mussten nicht mehr vom Samstag auf den Sonntag abgebaut werden. Wie immer konnten schon ab Anfang Mai die fantasievollen Objekte auf dem Keramikweg bewundert werden.

Am Dorfeingang zeigten leuchtende Milchkannen den Besuchern, wo es lang ging. Ein graziles Ballett gab im Vorgarten eine Gratisvorstellung, ein herziger Clown spielte dazu auf seiner Geige die Musik. Ein Karussell mit farbenfrohen Keramikdamen drehte unermüdlich seine runden, ein Springbrunnen murmelte seine eigene Melodie, Hühner hatten es sich im Stroh gemütlich gemacht, Katzen räkelten sich faul in der Sonne, bunte Vögel pfiffen frech ihr Lied. Insgesamt waren es Kunstwerke von 28 Keramikern.

Ausprobieren erlaubt

In der Töpferei von Mathies durften sich Kinder und Erwachsene in diesem Handwerk unter Anleitung ausprobieren, kreativ und lustvoll modellieren.

Ein riesiges Interesse gab es für das grosse Angebot an hochwertiger Gebrauchs,- Gefäss- und Gartenkeramik. Da war zum Beispiel die Bunzlauer Bauernkeramik. Diese braunen Gefässe mit ihrer aufgeschmolzenen, charakteristisch braunen Lehmglasur waren im vergangenen Jahrhundert weit verbreitet. Geschätzt wurde deren absolute Wasserdichtheit. In und vor der Halle war ein reges Kommen und Gehen, teils hatten die Besucher längere Anfahrtswege in Kauf genommen, kamen aus anderen Kantonen oder auch von der anderen Seite des Rheins.

Als am Abend die Feuersäulen weit ins Land leuchteten, teils ruhige, teils wilde Zigeunermusik erklang, machte sich eine wunderbar frohe, besinnliche Stimmung breit.

Der Sonntag begann mit einem «Töpfer»-Gottesdienst mit Gemeindeleiter Bernhard Lindner zum Thema «Kunst und Kirche – wie beeinflussen sich beide gegenseitig». Auch in diesem Jahr konnte die Zahl der Besucher gegenüber dem Vorjahr getopt werden, ungefähr 2500 waren es.