Fricktal

Standortentscheid für heilpädagogische Schule steht noch aus

Jean-Paul Schnegg ist mit den Neubauten zufrieden.

Jean-Paul Schnegg ist mit den Neubauten zufrieden.

Die Stiftung MBF übernimmt die Trägerschaft der beiden heilpädagogischen Schulen im Fricktal – Suche nach einem neuen Schulleiter läuft.

Die Stiftung MBF in Stein übernimmt im Sommer 2020 die Trägerschaft der neuen Heilpädagogischen Schule Fricktal (die AZ berichtete). Darin werden die beiden heutigen Schulen in Rheinfelden und Frick, die von den jeweiligen Gemeinden als Eigenwirtschaftsbetriebe geführt werden, zusammengeführt. Sämtliche 70 Angestellten sollen übernommen werden; sie werden rund 100 Schüler unterrichten.

Eine offene Frage ist, wo die Schüler künftig zur Schule gehen. Zur Diskussion stehen dabei zwei Varianten: Entweder werden die beiden Standorte unter einer Leitung weitergeführt oder die Schule wird an einem Standort konzentriert.

Eine Option für eine Zusammenlegung ist dabei, dass die Stiftung MBF das Oberstufenschulhaus in Mumpf übernimmt; dieses steht seit diesem Sommer leer, da die Oberstufenschüler neu in Rheinfelden zur Schule gehen. Gespräche laufen.

Im Mumpf könnte so eine Win-win-Situation entstehen: Der Schulverband Fischingertal wäre sein noch relativ junges Schulhaus los, das er zwischenzeitlich auf einer Immobilienplattform für 16,5 Millionen Franken inseriert hatte, und die Stiftung MBF müsste kein langwieriges Planungsverfahren für einen Neu- oder Ausbau durchlaufen. Denn klar ist: Die beiden heutigen Standorte sind zu klein.

Bis Anfang Oktober will die Stiftung in Zusammenarbeit mit der Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten des Kantons klarer sehen, wo es langgeht, sagt Geschäftsleiter Jean-Paul Schnegg. Sicher ist derweil bereits, dass die beiden Standorte im nächsten Jahr noch unverändert weitergeführt werden.

Bis im Oktober, so hofft Schnegg, steht auch die Schulleitung für die neue gemeinsame Schule fest. Es seien einige Bewerbungen auf die Ausschreibung eingegangen, sagt Schnegg. In den kommenden Wochen stehen die Hearings an. Eine neue Schulleitung muss gesucht werden, weil von den beiden bisherigen Stelleninhabern keiner die Gesamtleitung übernehmen möchte.

Ziel ist, dass die neue Schulleitung ihre Stelle im Februar antritt. So bleibe zum einen bis im Sommer Zeit für die Einarbeitung, sagt Schnegg. «Zum anderen kann die künftige Schulleitung so ihre Vorstellungen ins Projekt einbringen.»

Bereits abschliessen konnte die Stiftung MBF dagegen ein anderes Projekt: den Neubau neben den Werkstätten. Die sechs Wohnungen mit 38 Wohnplätzen sind bereits belegt, die beiden Beschäftigungsateliers nehmen im September ihren Betrieb auf. Ebenfalls eröffnet wird Mitte September im Neubau eine zweite Tagesstruktur-Gruppe für Senioren.

Die Zahl der Senioren mit Behinderung nehme laufend zu, sagt Schnegg. Aktuell nutzen 30 der 254 Menschen mit Behinderung, die in der Stiftung MBF arbeiten und wohnen, diese Angebote. In den nächsten Jahren werde der Anteil an Senioren «erheblich ansteigen», sagt Jean-Paul Schnegg.

20 Wohnplätze mehr nach Abschluss der Bauprojekte

Seit August werden nun die Gebäude in Stein, in denen die Wohngruppen bislang untergebracht waren, saniert. Schnegg rechnet mit einer Bauzeit von gut einem Jahr.

Ebenfalls saniert werden die beiden Wohngruppen in Laufenburg; die Bewohner sind so lange in Effingen untergebracht. In Laufenburg wird gleichzeitig ein Neubau erstellt. Dieser soll im Juni 2020 bezugsbereit sein.

Insgesamt wird die Stiftung MBF nach Abschluss der Bauprojekte rund 20 Wohn- und 20 Atelierplätze mehr anbieten können als heute. Diese brauche es auch, so Schnegg.

Wohn- und Arbeitsplätze bietet die Stiftung MBF in sieben Fricktaler Ortschaften. Die dezentrale Struktur sei für die Menschen mit Behinderung ideal und von der Stiftung so gewollt, sagt Schnegg, weist aber auch darauf hin, dass die Kosten so höher sind als bei einer zentralen Struktur.

Gerade die Kosten – oder vielmehr: die Finanzen des Kantons bereiten dem Geschäftsleiter auch Sorgen. «Der Kanton ist im Sparmodus, und das bekommen wir zu spüren», sagt Schnegg. In den nächsten Wochen wird die Stiftung MBF erfahren, wie viel Geld sie im kommenden Jahr vom Kanton für ihre Leistungen erhält. «Wir hoffen sehr, dass unsere Eingaben durchkommen.»

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

Meistgesehen

Artboard 1