«Wir wollen die Laufenburger Altstadt attraktiv machen für eine zeitgemässe Nutzung», fasste Vizeammann Meinrad Schraner am Infoanlass die Ziele des Stadtrats zusammen. Ein Kernteam hat jetzt im Auftrag des Stadtrates ein Nutzungs- und Entwicklungskonzept erarbeitet.

Von den 177 Gebäuden in der Altstadt stehen deren 19 leer. 29 Liegenschaften seien höchst und 42 mittel sanierungsbedürftig, führte Schraner aus. «Wohnen ist die künftige Leitnutzung der Altstadt.»

Im Zusammenhang mit der anstehenden Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO), sollen auch spezielle Bedürfnisse im Bereich Altstadt berücksichtigt werden, führte Stadtrat Andi Maier aus.

Nach dem Motto: «Sie bauen, wir sind für Sie da!» wolle der Stadtrat Bauvorhaben fördern und unterstützen. Ziel sei, bis 2018 den Leerwohnungsbestand und den Sanierungsbedarf der Liegenschaften auf 50 Prozent zu senken.

Die Gemeinde sei bestrebt, die nötigen Infrastrukturen bereit zu stellen. Auch hier sei man auf gutem Weg mit dem Projekt Sanierung Werkleitungen und dem geplanten Nahwärmeverbund.

Stadtrat Christian Rüede betonte in diesem Zusammenhang, dass die Sanierung der Werkleitungen, wo man im nächsten Jahr mit der zweiten Etappe beginnen werde, eine wesentliche Aufwertung der Altstadt bedeute.

Hohe Investitionen

Die Gemeinde beabsichtige, 10 bis 20 Millionen Franken in die Altstadt zu investieren, indem Liegenschaften gekauft und saniert werden sollen, erläuterte Stadtrat Thomas Argast.

Diese Gelder sollen nicht über die ordentliche Verwaltungsrechnung fliessen, sondern dem Finanzvermögen belastet werden. Deshalb hätten diese Investitionen keinerlei Einfluss auf die allgemeinen Finanzen.

«Wir wollen Geld verdienen, indem wir eine Rendite erzielen und dadurch einen Mehrwert schaffen», ergänzte der Finanzvorsteher.

In der anschliessenden Diskussion kamen nebst Detailfragen zu Wärmeverbund, Mieterschutz und Zwangsmassnahmen auch einige grundlegende Probleme zur Sprache. So meinte etwa ein Votant, wenn er als Privatperson Liegenschaften in der Altstadt zusammenkaufe, werde er als Spekulant bezeichnet.

Wird folglich die Gemeinde zum Spekulanten?» Der Vorschlag des Gemeinderates, sei eine gute Sache, meinte ein Liegenschaftsbesitzer: «Die Altstadt ist ein ungeschliffener Diamant.

Diesem muss man Sorge tragen», führte er aus. Die Altstadt sei «wahnsinnig» wertvoll. Man wolle nicht «gehobenes Wohnen» in der Altstadt, sondern «gepflegtes Wohnen» berichtigte Meinrad Schraner eine Votantin, die den Bau teurer Wohnungen befürchtet.

Das vorhandene Kleinräumige soll attraktiv gestaltet werden. Auf den Punkt brachte es ein Altstadtbewohner mit der Aussage: «Die Altstadt muss eine Wohnstadt werden.»

Noch keine Antwort hatte Stadtrat Thomas Argast zu einer Frage aus dem Publikum, was der Kanton zu den geplanten Investitionen meine. Man werde an der kommenden Gemeindeversammlung mit entsprechenden Anträgen aufwarten.

Abschliessend rief Stadtammann Herbert Weiss die Bevölkerung zur Mithilfe auf. «Der Stadtrat hat Visionen, er möchte etwas verändern und entwickeln. Helfen Sie uns mit, nach Lösungen zu suchen!»