Laufenburg
Stadtrat strebt Kooperationen mit Nachbargemeinden an

Der Stadtrat von Laufenburg richtet seinen Blick über die Gemeindegrenzen hinaus und hofft, dass die Türen zu Nachbargemeinden weiter geöffnet werden können.

Susanne Hörth
Merken
Drucken
Teilen
Ob über die Ländergrenze oder die Gemeindegrenzen hinweg: Von guter Zusammenarbeit können alle Parteien profitieren.

Ob über die Ländergrenze oder die Gemeindegrenzen hinweg: Von guter Zusammenarbeit können alle Parteien profitieren.

sh

Die Planung der Gemeindezukunft gehört zur wichtigen Aufgabe einer Behörde. Auch in Laufenburg wird viel Zeit und Arbeit in die Entwicklungsplanung investiert. Sie ist noch im zurückliegenden Jahr mit der Verabschiedung eines Leitbildes «Laufenburg 2030» vom alten Stadtrat in die Wege geleitet worden. Für das mehrheitlich neue Stadtratsgremium eine gewichtige Aufgabe.

«Eine, die von allen Beteiligten – Kommissionen und Verwaltung – mit sehr viel Engagement und sehr grossem Interesse vorwärtsgetrieben wird», sagt einer der «Neuen», Vizeammann Meinrad Schraner. Die Massnahmen aus dem zukunftsweisenden Planwerk sollen nun umgesetzt werden. «Die Analysen und Lösungsvorschläge kommen in den nächsten vier Wochen auf den Tisch», so Schraner.

Finanzen und Kooperationen

Bei der Zukunftsplanung setzt die Laufenburger Behörde auf «agieren statt reagieren». Stadtammann Herbert Weiss ist überzeugt, dass die Gemeindefinanzen eine immer grössere werdende Rolle bei der Zukunftsplanung spielen. Die gebundenen Ausgaben wachsen, der Druck von Kanton und Bund nimmt zu. Entsprechend kleiner wird der Spielraum für die Gemeinden.

Dies beispielsweise einfach mit einer Steuerfusserhöhung auffangen zu wollen, reicht nicht, so Weiss und Schraner. Letzterer erklärt, dass bei einer 5-Prozent-Erhöhung in Laufenburg eine Zusatzeinnahme von zirka 300 000 Franken resultiere. Im Vergleich zu den steigenden Ausgaben eine kleine Summe. Gefragt sind innovative Lösungen bei denen die Gemeinde die Zukunft mitbestimmt.

Nutzen und gemeinsame Stärke

Herbert Weiss und Meinrad Schraner setzten gemeinsam mit ihren Amtskollegen auf Kooperationen und Zusammenarbeiten über die Gemeindegrenzen hinweg. «Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit unserer deutschen Schwesterstadt funktioniert wirklich sehr gut. Wäre genial, wenn das vermehrt auch mit den umliegenden Gemeinden klappen würde», sagt Weiss. In diesem Sinne wurden in den letzten Wochen mit den Verantwortlichen umliegender Gemeinden Gespräche geführt.

Zum Inhalt dieser erklärt Meinrad Schraner: «Macht es denn wirklich Sinn, wenn jede Gemeinde eine eigene Wasserversorgung mit Brunnenmeister, ein Bauamt, ein Forstamt, eine Elektra und so weiter führt. All diese Bereiche verlangen nach sehr guten Fach- und Führungskompetenzen.

Warum also nicht in grösseren – gemeindeübergreifenden – Gebilden denken, planen und handeln?» Herbert Weiss ergänzt: «Es geht doch letztlich darum, einen gemeinsamen Nutzen zu schaffen.» Mit seinem Anliegen ist der Laufenburger Stadtrat bisher nicht nur auf offene Ohren gestossen. Die Bereitschaft, nebst vorhandenen Zusammenarbeiten noch weitere zu prüfen oder zu vertiefen ist in den umliegenden Gemeinden unterschiedlich.

Dass es sich dabei um ein sehr emotionales Thema handelt, dessen sind sich die Laufenburger bewusst. Denn dort, wo die Zusammenarbeit bereits ausgereizt ist, kommt jeweils auch das Thema Fusion ins Spiel. Ein Thema, vor dem die bereits zusammenschlusserprobte Gemeinde Laufenburg-Sulz auch in Zukunft die Augen nicht verschliessen wird.

Mit seinem Agieren geht es dem Laufenburger Stadtrat jetzt aber überhaupt nicht darum, nächste Gemeindezusammenschlüsse zu forcieren. Vielmehr sollen Türen zu den Nachbargemeinden weiter geöffnet werden. «Der finanzielle Druck muss für die Gemeinden nicht nur negativ sein, sondern kann durchaus auch Anstoss für Neues geben», sagt Herbert Weiss. In der Regel brauche es einen gewissen Leidensdruck fürs verstärkte Zusammenrücken unter den Gemeinden: «Wir müssen die Betroffenen zu unseren Verbündeten machen.»