Rheinfelden

«Stadtentwicklung geht alle an»

Das Forum «Frauen und Politik im Fricktal» beschäftigte sich im «Schützen» in Rheinfelden» mit den Themen «verdichtetes Bauen» und «Stadtentwicklung». ZVG

Das Forum «Frauen und Politik im Fricktal» beschäftigte sich im «Schützen» in Rheinfelden» mit den Themen «verdichtetes Bauen» und «Stadtentwicklung». ZVG

Am Forum «Frauen und Politik im Fricktal» drehte sich alles um das Bauen.

Anna Borer, Christine Ziegler sowie Tom Steiner brachten am Forum «Frauen und Politik im Fricktal» als Referenten den Zuhörern die Themen Stadtgestaltung und verdichtetes Bauen näher. Die drei Referenten sammelten Erfahrung in Architektur und begleitenden Prozessen. Vieles drehte sich bei der Veranstaltung um die Frage, wie eine Umgebung gestaltet werden muss, dass sie alltagstauglich wird.

Die drei Referenten sprachen sich dafür aus, dass bei Planungsprozessen schon zu Beginn eines Bauvorhabens die öffentliche Beteiligung der Bevölkerung notwendig ist. Frauen wüssten, wie der öffentliche Raum gestaltet werden sollte, damit er alltagstauglich würde – auch für Kinder und ältere Menschen. Aus ihrer Alltagserfahrung heraus seien sie wichtige Partnerinnen für die Planungsfachleute. Damit möglichst wenig Einsprachen bei der Baubewilligung erfolgten und Zeit und Kosten gespart werden könnten, sei es sinnvoll, wenn die vielfältigen Bedürfnisse zuerst abgeholt würden, denn: «Stadtentwicklung geht alle an.»

Eine Gemeinde sollte eine eigentliche Planungskultur entwickeln, damit ihre Bevölkerung sich in allen Phasen der Planung frühzeitig und stufengerecht mit ihren Wünschen und Bedürfnissen einbringen kann, hiess es im Vortrag. Leider seien die Gemeindebehörden oft ängstlich und befürchteten schwierige Verhandlungen, zu hohe Erwartungen und das Unverständnis der eingeladenen Bevölkerung. Ebenso könnte das Planungsverfahren länger dauern. Falls ein Bauvorhaben aufgegriffen würde und Einsprachen erfolgen, könne dies zu Verzögerungen führen. Gedanken zur Identität der Gemeinde, verschiedene Formen der Mitwirkung könnten helfen, allseits zufriedenstellende Projekte zu realisieren.

Kaum Frauen in Umweltberufen

Leider sind Frauen in Planungs- und Umweltberufen immer noch öfters die Ausnahme, hiess es im Referat. Dies zeige sich auch in den Behörden und Kommissionen, die sich mit dem Bauen befassen. In geschlechtergemischten Gremien ergäben sich umfassendere Lösungen und partnerschaftliche Arbeitsteilung sei möglich. Das lokale Wissen der Frauen sei wichtig, damit eine Gemeinde bezüglich der Sicherheit ihre Weggestaltung die Beleuchtung so plane, dass das Wohlbefinden auch nachts gut sei. Der öffentliche Raum gehöre der ganzen Bevölkerung und somit sei diese auch aufgefordert, sich frühzeitig zu äussern. Die nötigen Abläufe dafür sind von der Gemeinde so zu planen, dass beide Geschlechter sich ohne Probleme einbringen können, hiess es im Vortrag weiter.

Mit Umweltfragen beschäftigen

Die «Fachfrauen Umwelt», die sich beruflich mit Umweltfragen und Fragen zur nachhaltigen Entwicklung befassen, gründeten einen Verein, der über 1000 Mitglieder zählt. Die Themen mit denen sich die «Fachfrauen Umwelt» beschäftigen, gehen von Chancen und Risiken der Stadtentwicklung bis hin zu sozialen Räumen und deren Gestaltung.

Tom Steiner zeigte Beispiele einer sinnvollen Siedlungsentwicklung und machte auf Raumplanungsfragen aufmerksam. Der Rheinfelder kennt sich bei Mitwirkungsverfahren aus, berät er doch in seiner Berufsarbeit zahlreiche Gemeinden und Städte. Auch er plädiert für partizipative und kooperative Prozesse im Bereich Bau und Planung. Auf die Frage, ob Hochhäuser empfehlenswert seien, antwortet er, dass es kein ja oder nein gibt, sondern auf die Umgebung, die Geschichte des Ortes und die Bedürfnisse der Eigentümer und der Bevölkerung Rücksicht genommen werden muss. «Was aus Architektensicht ästhetisch wirkt, muss nicht unbedingt für die Nutzenden funktional sein», sagte er und fügte hinzu: «Gegen innen zu verdichten bei einer locker bebauten Siedlung kann sehr viel Sinn machen.» Beispiele wurden dabei genannt und gezeigt wie zum Beispiel die Kalkbreite-Siedlung in Zürich.

Jedoch auch im Fricktal gebe es gute Beispiele von verdichtetem Wohnen. In Rheinfelden mit der neuen Bau- und Zonenplanrevision ist beispielsweise die Bevölkerung gefragt, sich mit ihrem Wohnort genauer zu befassen. (az)

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