Rheinfelden

Stadtbus verzeichnet während der Pandemie deutlich weniger Fahrgäste

Der Stadtbus hat weniger Passagiere. (Archiv)

Der Stadtbus hat weniger Passagiere. (Archiv)

Es ist die erste Baisse in einer ansonsten positiven Entwicklung. Bereits in seinem Startjahr 2008 verzeichnete der Stadtbus in Rheinfelden 217'000 Fahrgäste und die Zahlen stiegen und stiegen ab da – daran änderte auch die Liniensplittung auf Schweizer Seite nichts. Seit dem Fahrplanwechsel 2015 verkehrt der Stadtbus dort halbstündig gesplittet auf zwei verschiedenen Routen. «Dieses Regime hat sich gut etabliert», sagt Uwe Mühl, Leiter der Südbadenbus-Aussenstelle Schopfheim. 2019 waren es denn auch schon über 325'000 Fahrgäste, die den Stadtbus nutzten. Aber eben, dann kam das Jahr 2020 und mit ihm die Coronapandemie.

Die Fahrgastzahlen brachen regelrecht ein. Zwischenzeitlich sei die Anzahl Fahrgäste insgesamt auf noch 20 bis 25 Prozent des normalen Aufkommens gesunken, sagt Mühl. Die Baselland Transport AG – sie erfasst die Nutzerzahlen auf Schweizer Seite – bestätigt: In den ersten neun Monaten des Jahres nutzten auf Schweizer Seite rund 24'000 Personen weniger den Stadtbus als im selben Zeitraum im Vorjahr. Das ist rund ein Fünftel. «Der Rückgang beim Rheinfelder Stadtbus bewegt sich damit in dem Bereich, den wir auch auf anderen Buslinien festgestellt haben», sagt Direktor Andreas Büttiker.

Passagierzahlen haben sich fast komplett erholt

Trotzdem fuhr der Stadtbus nach dem normalen Fahrplan. «Eine vorübergehende Reduktion wurde zwar diskutiert, letztlich aber entschieden wir uns in Absprache mit den beiden Rheinfelden dagegen», sagt Mühl. «Es ging darum, das öffentliche Leben aufrechtzuerhalten.» Und: Die finanziellen Ersparnisse bei einer Reduktion wären ohnehin «nur marginal» ausgefallen, sagt Mühl. Inzwischen hätten sich die Fahrgastzahlen ganz gut erholt. «Wir bewegen uns derzeit bei etwa 90 bis 95 Prozent des Niveaus vor der Pandemie – wobei natürlich offen ist, wie sich das schon in den nächsten Wochen entwickeln wird. Wir beobachten da die Situation genau.»

Denn klar ist schon jetzt: Der Fahrgastrückgang wird finanzielle Konsequenzen haben. Es fehlen Einnahmen, wenn auch die genauen Zahlen noch nicht vorliegen und Mühl derzeit die Hoffnung hat, dass «wir mit einem blauen Auge davonkommen». Auch dank staatlicher Unterstützung.

Nicht nur die Pandemie stellt die Busbetreiber derzeit vor Herausforderungen. Schon jetzt ist klar, dass es auch nach Corona Herausforderungen geben wird. Denn besonders die Kurse zu den Pendlerzeiten morgens und abends sind gut ausgelastet. Südbadenbus hat deshalb bereits Kontakt mit den Stadtverwaltungen aufgenommen und angekündigt, dass in nicht allzu ferner Zukunft Anpassungen nötig werden könnten. «Optionen wären eine Taktverdichtung oder ein Fahrzeugwechsel», sagt Mühl. Für Letzteres wären neue, grössere Fahrzeuge nötig – wobei dann wohl die Linienführung auf Schweizer Seite angepasst werden müsste. Grössere Fahrzeuge passen nicht durch das Stadttor beim Albrechtsplatz. «Das sind Überlegungen und Abklärungen, die wir jetzt angehen müssen», sagt Mühl.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1