Laufenburg
Stadtammann Weiss bedauert Schliessung der NAB-Filiale

Wie Stadtammann Herbert Weiss sagt, habe man schon seit einiger Zeit gespürt, dass es zu Veränderungen kommen wird, sei aber durch den Entscheid der Schliessung der NAB vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Dennis Kalt
Merken
Drucken
Teilen
Stadtammann Herbert Weiss.

Stadtammann Herbert Weiss.

Emanuel Per Freudiger

Immer weniger Menschen erledigen ihre Geldgeschäfte am Schalter. Deswegen funktioniert die Neue Aargauer Bank (NAB) neun Standorte zu Berater-Geschäftsstellen um. Eine zehnte NAB-Geschäftsstelle – der Standort Laufenburg – schliesst Ende September 2017 (die az berichtete).

Herbert Weiss, Stadtammann in Laufenburg, ist über diese Entscheidung «nicht glücklich». Zwar habe man schon seit einiger Zeit gespürt, dass es zu Veränderungen kommen wird, sei aber durch den Entscheid der Schliessung der NAB Ende letzter Woche vor vollendete Tatsachen gestellt worden. «Hätte die NAB im Vorfeld ihrer Entscheidung das Gespräch mit uns gesucht, dann hätten wir abklären können, was die Stadt für den Standort in Laufenburg hätte beitragen können», sagt Weiss.

Schade findet es Weiss um die Arbeitsplätze, die in Laufenburg verloren gehen und für die Kunden, die nun über den Kaistenberg in die Filiale nach Frick fahren müssen: «Ich dachte, dass wir als Bezirkshauptort einen Vorteil haben, aber in Frick wird halt mehr Umsatz generiert», sagt Weiss.

Der Realität ins Auge schauen

Dies sieht auch René Leuenberger von der FDP so. Man müsse der Realität ins Auge schauen. «Wir sind kein Drehpunkt mehr. Der regionale Drehpunkt ist Frick.» Aus ökonomischer Sicht kann Leuenberger die Schliessung der Filiale nachvollziehen, weil die meisten ihre Geldgeschäfte online erledigen. Auch, dass in Laufenburg keine Beratungsstelle eingerichtet wird, ist für ihn verständlich: «Die Grösse der Räumlichkeiten steht in keinem Verhältnis zu den Kunden, die dort hinkommen würden. Das rentiert sich einfach nicht.»

Christian Winter, Präsident der CVP-Ortspartei sagt: «Wir bedauern den Entscheid. Damit gehen der kurze Weg und der direkte Kundenkontakt, was vor allem von älteren Menschen geschätzt wird, verloren.» Er weist darauf hin, dass die Schliessung gerade für diese Kunden nachteilig ist, weil sie oftmals über kein Internet verfügten oder im Informatikbereich überfordert seien. «Für ältere Menschen ist der Zugang zu den Bankleistungen via Online-Banking keine Option», sagt Winter.

Weil Laufenburg ein Grenz- und Brückenort ist, nimmt Winter an, dass die Geschäftsbeziehungen der deutschen Kunden zu anderen Banken übergehen könnten. «Das kann aber nicht im Sinne des NAB Managements sein», sagt er.