Die Stadt Laufenburg will im Bereich Tourismus professioneller werden und auch regional eine Leaderrolle übernehmen. Bislang standen die Tourismusaktivitäten in Laufenburg unter der Federführung des Vereins Tourismus Laufenburg. «Unsere Vision ist eine professionelle Organisation, die Tourismus- und Kulturevents in Laufenburg und der Region grenzüberschreitend lenkt und vermarktet», sagt Vizeammann Meinrad Schraner. Auch ein einheitlicher Auftritt werde angestrebt. Unter dem Titel «Laufenburg plus» wird diese Vision nun verfolgt. Es sei, so Schraner weiter, ein Puzzlestück, um die Bekanntheit von Laufenburg zu erhöhen und stehe in einer Reihe mit anderen Projekten wie dem Altstadtkonzept oder dem Gästehaus in der Grimmer-Liegenschaft.

Koordination fördern

Die ersten Schritte hin zu «Laufenburg plus» sind bereits erfolgt. Eine Analyse des Ist-Zustands ergab, dass die Dienstleistungen des Verkehrsbüros sehr gefragt sind, Laufenburg als schön und sehenswert gilt und jährlich über 10 000 Besucher an die von Kulturorganisationen auf die Beine gestellten Events kommen. Hinzu kommen weitere Tagestouristen, sowie die Besucher von Grossanlässen wie Fasnacht, Hela oder Weihnachtsmarkt. Steigerungspotenzial wurde bei der Koordination und Kommunikation zwischen den Organisationen geortet. «Bei der Gastronomie und der Vermarktung der Stadthalle sind ebenfalls Verbesserungen möglich», so Schraner. Kurz: «Wir wollen mit der neuen Organisation die Marke Laufenburg stärken.»

Bereits wurden Fachgruppen ins Leben gerufen, die sich um die sieben Bereiche Gastronomie, Stadthalle/Events, Tourismus, Kultur, Brauchtum, Stadtführung/Schifffahrt und Marketing kümmern. Sie werden künftig einer Geschäftsleitung unterstehen, die einerseits die Anlaufstelle für die Touristen ist, aber auch die Koordination und Vernetzung sicherstellt.

«Der nächste Schritt ist nun die Fixierung der Aufbauorganisation zusammen mit dem neuen Vorstand des Vereins Tourismus Laufenburg», erklärt der Laufenburger Vizeammann. Dieser Schritt erfolgt in den nächsten Monaten. «Ende Jahr soll die Organisation stehen.» Gemäss Schraner sollen Zielvereinbarungen getroffen werden – beispielsweise bei der Auslastung der Stadthalle. «Wenn diese Ziele übertroffen werden, können die Mehreinnahmen direkt in die neue Organisation investiert werden.»

Am Mittwoch stellte Schraner das Konzept an der Generalversammlung von Tourismus Laufenburg vor. «Die Professionalisierung stiess auf Anerkennung», so Schraner. Das bestätigt auch Vereinspräsident Rudolf Lüscher: «Der Tourismus ist in Laufenburg sehr wichtig und es ist gut, dass die Stadt ihn fördern will.» Wichtig ist ihm aber auch, dass der Verein, der bislang die Federführung innehatte, stark bleibt. «Wir haben über Jahre hinweg unser Wissen erworben und möchten unsere Kompetenz weiter einbringen», so Lüscher. Schraner sagt dazu: «Der Verein Tourismus Laufenburg wird weiterhin eine wichtige Funktion haben. Er ist ein Know-how-Träger.»

Zwei Länder – eine Stadt

Lüscher sieht Laufenburg in Sachen Tourismus auf einem guten Weg. Gerade für die wirtschaftlich bedeutende Gästegruppe der sogenannten «Best Ager» zwischen 50 und 75 Jahren erfülle Laufenburg mit seinem Angebot viele Bedürfnisse.

Aus der Versammlung des Vereins, dem auch zahlreiche deutsche Mitglieder angehören, kam am Mittwoch noch der Input, dass auch künftig die grenzüberschreitende Aspekte berücksichtigt und die beiden Laufenburg gemeinsam vermarktet werden. Gemäss Schraner ist dies so vorgesehen: «Wichtig ist, dass wir mit ‹Laufenburg plus› die grenzüberschreitende und regionale Zusammenarbeit weiter festigen können.»