Er ist der Villen-Hügel von Rheinfelden, der Kapuzinerberg. Wer die Anhöhe südlich der Altstadt zu Fuss erreichen möchte, muss in kurzer Zeit einen beträchtlichen Höhenunterschied bewältigen. Der Bahnhof liegt 285 Meter über Meer, die Terrasse des Kapuzinerbergs gut 14 Meter höher.

Von der SBB-Personenunterführung führen heute eine steile Treppe und eine Rampe auf die Anhöhe. Die Stadt hat das Problem erkannt. Vor allem für ältere Menschen sei es mühsam, die Höhendifferenz zwischen dem Bahnhof und dem Kapuzinerberg zu überwinden, weiss Stadtbaumeister Urs Affolter.

In der Bevölkerung ist in den vergangenen Jahren immer wieder die Forderung laut geworden, den Kapuzinerberg mit einer Buslinie an den öffentlichen Verkehr anzubinden.

Die Idee, das Quartier mit einer Busverbindung vom Baselbieter Dorf Wintersingen und dem aargauischen Magden her zu erschliessen, scheiterte aber am Widerstand des Kantons Baselland, wie der Rheinfelder Stadtrat Hans Gloor erklärt.

Jetzt zeichnet sich eine andere Lösung ab: ein Lift von der Personenunterführung auf den Kapuzinerberg. Im öffentlichen Mitwirkungsverfahren zum neuen Strukturplan für das Bahnhofgebiet wurde in verschiedenen Eingaben der Wunsch nach einem Lift auf den Kapuzinerberg geäussert, wie Affolter erklärt.

Der Stadtrat habe die bereits früher entstandene Idee wieder aufgenommen, die Höhendifferenz zwischen dem Bahnhof und dem Kapuzinerberg mit einem Lift bei der Personenunterführung zu überwinden, sagt Gloor. «Es besteht die Absicht, dies im Laufe dieses Jahres gründlich zu prüfen.»

Bahnhofplatz wird aufgewertet

Nähere Angaben kann der Bauvorsteher aber noch nicht machen. «Es handelt sich noch nicht um ein Projekt», erklärt er. Die Einordnung in die Topografie und in das städtebauliche Umfeld, die Umstände für Betrieb und Unterhalt, die Gestaltung des Bauwerks und die Kosten seien Fragen, die im Rahmen eines konkreten Projekts zu klären seien.

In diesem Jahr soll laut Gloor ein Vorprojekt für die Umgestaltung des Bahnhofplatzes erarbeitet werden. «Gegenstand dieser Projektierungsarbeiten wird auch die Frage einer Vertikalerschliessung des Kapuzinerbergs sein.»

Stadtbaumeister Affolter hat bei der Vorstellung des Strukturplans eine Aussage zu den Kosten gewagt: Der Liftbau sei «finanziell keine Utopie».

Das letzte Wort wird die Gemeindeversammlung sprechen. Nach Angaben von Gloor bleiben die Fussgängerverbindungen auf den Kapuzinerberg «aus heutiger Sicht» voraussichtlich bestehen.

Der Lift könnte kostenlos benützt werden. Die Nachfrage ist laut Gloor noch nicht ermittelt worden. Heute leben rund 800 Menschen in diesem Quartier.

Gemäss dem Stadtbauamt können in den Wohnzonen auf dem Kapuzinerberg noch etwa 31 500 Quadratmeter Grundstücksfläche kurz- bis mittelfristig bebaut werden.