Möhlin

Stadelbach-Bewohnerin mit Corona infiziert – Angehörige kritisiert Pflegezentrum

Im Alters- und Pflegezentrum Stadelbach hat man sich, wie in allen Altersheimen, auf Covid-19 vorbereitet

Im Alters- und Pflegezentrum Stadelbach hat man sich, wie in allen Altersheimen, auf Covid-19 vorbereitet

Nach einer Lungenembolie wurde eine Bewohnerin des Wohn- und Pflegezentrums Stadelbach positiv auf Covid-19 getestet. Eine Angehörige sagt, die Krankenakte ging nicht mit ins Spital Basel. Die Heimleitung widerspricht.

Das Wohn- und Pflegezentrum Stadelbach hat einen Coronafall. Dies bestätigt Hanspeter Müller auf Anfrage der AZ. Die Bewohnerin sei am 1. April wegen einer Lungenembolie ins Spital eingeliefert worden, sagt Müller, der hauptberuflich das Süssbach Pflegezentrum in Brugg leitet und beim Stadelbach für die Kommunikation zuständig ist. Sie habe zu die­sem Zeitpunkt keine Symptome gezeigt, die auf eine Corona­erkrankung hingewiesen hätten.

Die Bewohnerin kam zuerst ins Gesundheitszentrum nach Rheinfelden, wurde aber gleichentags noch ins Unispital Basel verlegt. Hier wurde sie positiv auf Covid-19 getestet. Weitere Coronafälle gibt es laut Müller im Stadelbach aktuell keine.

Eine Angehörige der Bewohnerin hat sich gestern bei der AZ gemeldet und den Melde- und Informationsfluss kritisiert. So sei die Krankenakte nicht mitgegangen, was die Information der Angehörigen ebenso wie die Arbeit der Ärzte erschwert habe.

Krankenakte ging mit dem Transport mit

Müller widerspricht. Die Krankenakte sei einerseits mit dem Sanitätstransport direkt ins Spital gegangen und andererseits noch per Mail gesendet worden. Auch habe man die Ansprechperson der Bewohnerin informiert.

Im Stadelbach hat man sich, wie in allen Altersheimen, auf Covid-19 vorbereitet. Der Pandemieplan sei mit der Schliessung des Zentrums für Besucher aktiviert worden, sagt Müller. Eine Massnahme war, dass man auf Zimmerservice umgestellt hat, um keine Ansteckungen im Speisesaal zu haben. Dies war einfach möglich, weil alle Bewohner ein Einzelzimmer haben. Die Bewohner essen nun bis auf Weiteres in ihren Zimmern.

Bei einem stationären Coronafall würde das Zentrum zu­dem die Einsatzpläne in der Pflege ändern. «Es würde ein Covid-­Team geben, das speziell für diese Patienten eingesetzt würde», sagt Müller. Das Zentrum hat dazu eine Coronastation eingerichtet. «Sie würde autark betrieben werden», erklärt Müller.

Bewohnerin auf dem Weg der Besserung

Um die Bewohner und Angestellten vor dem Coronavirus zu schützen, gelten im Stadelbach auch für das Personal verschärfte Vorschriften. «Personal mit Erkältungssymptomen werden sofort zum Arzt geschickt, welcher meistens einen Test verordnet oder durchführt», sagt Müller. «Diese Personen bleiben bis zum Ergebnis zu Hause.»

Besuch dürfen die Zentrumsbewohner – wie in anderen Alters- und Pflegeheimen – derzeit keinen empfangen. «Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn jemand palliativ ist», sagt Müller.

Der infizierten Bewohnerin, die im Universitätsspital Basel liegt, geht es den Umständen entsprechend gut. «Sie ist stabil», sagt Müller. Die Erleichterung hört man auch ihrer Nichte an. «Sie ist auf dem aufsteigenden Ast, ihr geht es schon viel besser», sagt sie. Ihre Tante könne wohl schon bald ins Stadelbach zurückkehren.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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