Fricktal
Staatswald: Fusion zurzeit eher unwahrscheinlich

Die vorsorgliche Kündigung zwischen dem Forstbetrieb Kaisten und dem Kanton sorgt für rote Köpfe. Derweil suchen die Beteiligten nach einer Lösung.

Toni Widmer
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Direkter Auslöser für die aktuellen Abklärungen zur Zukunft des Kaister Forstbetriebes ist der Kanton. Die Abteilung Wald hat den vor 10 Jahren geschlossenen Vertrag für die Bewirtschaftung des Staatswaldes Hard per 30. September 2011 gekündigt. Eine vorsorgliche Massnahme, erklärt Robert Häfner von der Sektion Projekte und Planung. Die Abteilung Wald wolle sich im Hinblick auf die bevorstehende Pensionierung des Kaister Försters Ernst Furler alle Optionen offenhalten.

«Auch der Kanton muss seinen Wald effizient bewirtschaften und möchte deshalb den am 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Bewirtschaftungsvertrag nicht unbesehen weiterführen. Der Zeitpunkt für eine Überprüfung scheint uns mit dem bevorstehenden personellen Wechsel richtig», sagte Häfner.

Verschiedene Varianten prüfen

Die vorsorgliche Kündigung bedeute keineswegs, dass der Kanton eine künftige Zusammenarbeit mit Kaisten ausschliesse. Man möchte sich lediglich alle Optionen offenhalten und zusammen mit der Ortsbürgergemeinde Kaisten auch allfällige neue Optionen für die Bewirtschaftung von Ortsbürger- und Staatswald prüfen. Das Vorgehen des Kantons erachtet Robert Häfner als fair: «Wir wollen eine Überprüfung der Organisationsstrukturen jetzt vornehmen und nicht erst dann, wenn Kaisten über das zukünftige Konzept seines Forstbetriebes entschieden hat.» So, sagte Häfner weiter, könnten die Überlegungen des Kantons in die Zukunftsplanung in Kaisten einfliessen.

Welche Überlegungen sich der Kanton macht, liess Häfner vorderhand offen. Aus seinen Ausführungen ist jedoch unschwer zu schliessen, dass man erwartet, dass Kaisten im Hinblick auf die bevorstehende personelle Veränderung im Forstrevier auch eine Zusammenarbeit mit benachbarten Ortsbürgergemeinden zumindest einmal prüft.

Grundsatzentscheid gefällt

In Kaisten scheinen die Würfel allerdings schon weitgehend in Richtung Eigenständigkeit gefallen. «Ortsbürgerkommission und Gemeinderat sind grundsätzlich der Meinung, dass im Hinblick auf die im Januar 2013 anstehende Pensionierung von Ernst Furler ein neuer Förster angestellt wird und unser Forstbetrieb eigenständig bleibt», erklärte der für den Wald zuständige Gemeinderat Willi Zahnd. Dabei würde man auch den Staatswald gerne weiterbewirtschaften.

Ein detailliertes Konzept über die künftige Organisation und das Aufgabengebiet des Forstbetriebes läge allerdings noch nicht vor und festgeschrieben sei ebenfalls noch nichts. Zurzeit würden Abklärungen in verschiedene Richtungen laufen. «Es gibt eine Option vom Kanton über eine Zusammenarbeit mit dem Staatswaldbetrieb in Full-Reuenthal. Das werden wir sicher näher anschauen», sagte Zahnd. Und auch die Variante einer Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Sulz-Laufenburg sei zwar im Moment eher unwahrscheinlich, aber ebenfalls noch nicht völlig vom Tisch.