Kaiseraugst

Spielplatz wird gesperrt: Kanton gräbt nach Artefakten aus der Römerzeit

In einigen Wochen wird der Spielplatz aufgrund archäologischer Untersuchungen gesperrt werden.

In einigen Wochen wird der Spielplatz aufgrund archäologischer Untersuchungen gesperrt werden.

Die Kantonsarchäologie sucht beim Alterszentrum Rinau in Kaiseraugst nach Artefakten aus der Römerzeit. Deswegen muss der dortige Spielplatz gesperrt werden.

Die Bevölkerung in Kaiseraugst wächst stark und wird immer älter. Deswegen ist die Bettenanzahl von 40 im Alters- und Pflegeheim Rinau zu gering.

«Die Intention ist es, mittelfristig den Wohnraum für alte und pflegebedürftige Menschen zu erhöhen», sagt Gemeinderat Hanspeter Meyer.

Doch bevor der Ausbau des Alters- und Pflegeheims konkreter wird, nimmt die Kantonsarchäologie auf der Parzelle Sondierungsarbeiten vor.

Deswegen wird auch der Kinderspielplatz an der Ecke Allmendengasse/Rohrweg von Montag, 9. April, bis Freitag, 13. April, gesperrt. «Bei den Sondierungsarbeiten handelt es sich um einen kleineren, gewöhnlichen Eingriff, der bei Verdachtsstellen durchgeführt wird», sagt Jakob Baerlocher, Leiter der Ausgrabungen Kaiseraugst.

Baerlocher führt in Kaiseraugst ein Team von vier Mitarbeitern.

Auf den Spuren der Römer

Damit sich die Archäologen einen Überblick über die Sedimente verschaffen können, gräbt ein Bagger auf dem Gelände mehrere Schlitze, die etwa 1,5 Meter breit und tief sind.

«Wenn nichts gefunden wird, werden die Schlitze wieder so aufgefüllt, dass möglichst keine Spuren zurückbleiben», sagt Baerlocher. Falls Artefakte zum Vorschein kommen, werde die Erde im Vorfeld eines Bauprojektes gegebenenfalls weiter untersucht.

Vier Urkunden liegen für Kaiseraugst aus dem Mittelalter vor. Es sind jedoch vor allem die archäologischen Befunde, die eine kontinuierliche Besiedelung seit der Römerzeit belegen.

So kamen bei Grabungen, unter anderem beim «Adler» und in der Fabrikstrasse, Gruben und Grubenhäuser zum Vorschein. Bei Letzteren handelt es sich um Nebengebäude mit Walm- oder Satteldächern, die Teil eines mittelalterlichen Gehöftes sind.

«Ich gehe davon aus, dass die Grabungen nichts zutage fördern werden», sagt Meyer. Denn bereits vor dem Bau des Alters- und Pflegeheims Rinau wurden auf der Parzelle vor rund drei Jahrzehnten Sondierungsarbeiten durchgeführt, die allerdings ergebnislos blieben.

Laut Meyer wird bei einem Ausbau der Liegenschaft oder beim Bau von Alterswohnungen der Kindergarten verschwinden. «Wir werden diesen jedoch an einer anderen Stelle ersetzen», sagt er. Darüber werde sich der Gemeinderat jedoch frühestens in zwei Jahren Gedanken machen müssen.

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