Unter grossem Applaus ihrer zuschauenden Eltern, Begleiter und Trainer ziehen die Kunstturnerinnen in der Steinlihalle Möhlin ein, wo die grosse Bodenmatte, Sprungbrett, Stufenbarren und Schwebebalken warten. Die mit Musik unterlegten Einzelvorführungen der Turnerinnen am Boden begleiten die Zuschauer mit Beifall. Einen strengeren Blick richten die Wettkampfrichter auf die Kinder und Jugendlichen und beziehen jeden Fehltritt und jedes Wackeln in ihre Bewertung mit ein. Die Aargauische Meisterschaft im Kunstturnen der Frauen ist immerhin ein Qualifikationswettkampf für die Schweizer Meisterschaft.

«Kunstturnen ist auch olympisch. Der Sport verlangt den Mädchen viel ab», erklärt eine Baslerin, die ihre Tochter zur Meisterschaft begleitete. Sie hofft, dass ihre Tochter gut abschneidet, aber der Spass am Turnen sei wichtiger als das Gewinnen, versichert sie.

Alle drei Jahre in Möhlin

Organisator des zweitägigen Sportevents ist der Verein Kunstturnerinnen Stein-Fricktal, der sich mit der Ausrichtung der Meisterschaft mit dem Kunstturnverein Obersiggenthal und dem Turnverein Lenzburg abwechselt, erklärt OK-Präsidentin Patricia Schreiber. Immerhin 380 Turnerinnen zwischen 4 und 18 Jahren nahmen an der Meisterschaft teil, die samstags wie sonntags den ganzen Tag andauerte.

Alleine für den Aufbau waren ohne das zwölfköpfige Organisationskomitee schon zwanzig Helfer im Einsatz, berichtet Schreiber. Insgesamt müssen 80 Helferschichten über die zwei Tage sowie für Auf- und Abbau besetzt werden. «Alle müssen helfen, Einsätze übernehmen oder Kuchen backen», erklärt sie. Die Sportlerinnen und ihre Begleiter wollen anständig versorgt werden und die Kunstturnerinnen Stein-Fricktal haben Salate und Früchtebecher, Kuchen und Torten sowie Schnitzel mit Pommes frites oder Bratwurst im Angebot. Auch beim Soft-Eis-Wagen bildet sich trotz des recht kühlen Wetters eine Schlange.

Die Kunstturnerinnen kommen nicht nur aus dem Aargau, sondern sind aus der ganzen Schweiz angereist, erzählt Schreiber. Die grösste Herausforderung neben der Finanzierung ist beim Ausrichten der Meisterschaft, die höheren Sicherheitsanforderungen an die Geräte zu gewährleisten. Diese gehören nicht standardmässig zur Ausstattung einer Turnhalle, und die Kunstturnerinnen Stein-Fricktal haben sie extra angemietet. Die 14-jährige Hannah Wilhelm aus Bern lobt die Veranstalter, sie habe sich bei der Meisterschaft wohlgefühlt, auch wenn sie nur auf dem 34. von 36 Rängen gelandet sei.