Unter dem Sparprogramm des Kantons leiden die Schulen. So auch die Heilpädagogische Schule (HPS) Rheinfelden: «Unser Globalbudget ist viel zu gering. Wir sparen an allen Ecken und Enden, um unseren Bildungsauftrag aufrechterhalten zu können», klagt Schulleiter Alexander Zürcher.

Opfer dieser Sparmassnahmen sind in erster Linie Lektionen, die nicht im obligatorischen Lehrkanon vorgesehen sind. Beispielhaft hierfür ist der integrierte Religionsunterricht an der HPS Rheinfelden, der aufgrund finanzieller Erwägungen aus den regulären Unterrichtsblockzeiten ausgegliedert wurde und nun am frühen Morgen, vor dem eigentlichen Unterricht stattfindet.

Der Religionsunterricht wird zwar von einer Katechetin gehalten, die von der Kirchengemeinde Rheinfelden finanziert wird, jedoch: «Sparen wir durch die Ausgliederung des Religionsunterrichts Personalkosten für pädagogische Kräfte ein, weil diese keine Schüler mehr betreuen müssen, die während der Unterrichtszeiten nicht am integrierten Religionsunterricht teilnehmen», erklärt Zürcher. Ebenso läge es finanziell nicht mehr im Rahmen, die Schüler des Religionsunterrichts mit einem eigenen Schulbus an die HPS zu transportieren.

Transportlösung gesucht

Deswegen versucht Heinz Meier, ehemaliger Schulrektor und Präsident von Insieme Rheinfelden, eine Lösung, um den frühmorgendlichen Transport zum Religionsunterricht zu ermöglichen, denn: «Viele Kinder sind einfach zu jung oder nicht in der Lage, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln selbstständig den Schulweg zu bestreiten», sagt er und ergänzt, dass er bereits mit dem Rot-Kreuz-Fahrdienst Kontakt aufgenommen habe, um nach einer Lösung zu suchen.

In einer Petition, die von 50 Personen unterzeichnet wurde, fordert Meier, dass der Religionsunterricht wieder in den normalen Schulunterricht integriert wird sowie eine Aussprache mit der Schulpflege. «Die Schulpflege hat den Brief am vergangenen Montag erhalten», sagt Schulleiter Zürcher und schiebt nach: «Wenn die Schulpflege mich anweist, den integrierten Religionsunterricht wieder in den regulären Schulunterricht aufzunehmen, dann mache ich das. Sie muss sich aber bewusst sein, dass sie dann die Verantwortung für die finanziellen Folgen tragen muss.»

Koalition bilden

Die Absicht, die Meier verfolgt, ist es, die involvierten Akteure – Eltern, Schulleitung, -pflege und Stadtverwaltung – an einen Tisch zu bekommen und gemeinsam beim Kanton für eine Aufstockung des Budgets zu argumentieren – «vielleicht lässt sich so etwas erreichen», sagt er.

Zürcher reagiert positiv auf das Vorhaben: «Dies liegt auch in unserem Interesse. Ich würde mich dann daran beteiligen. Zwar nicht als Meinungsführer, jedoch als Vertreter einer Anspruchsgruppe.»

Die Leidtragenden des vom Kanton aufoktroyierten Sparkurses sind letztendlich die Schüler: «Vor allem die Aufführung von Geschichten im ökumenischen Gottesdienst, die sie mit viel Leidenschaft im Religionsunterricht vorbereiten, gibt den Kindern und Jugendlichen ein starkes Selbstwertgefühl», sagt Meier. Es sei wirklich schade, wenn dies den Schülern genommen werde. Schulleiter Zürcher pflichtet ihm bei: «Wir sind die Letzten, die wollen, dass der integrierte Religionsunterricht vom Stundenplan verschwindet.»