Frick
Sozialhilfeempfänger finden dank Integrationsprojekt ins Arbeitsleben zurück

Die Gemeinde startet ein Projekt für die Wiederintegration von Sozialhilfeempfängern ins Arbeitsleben. Langzeitarbeitslose sollen die Chance bekommen, in einer Festanstellung und mit gutem Lohn in die Arbeitswelt zurückzufinden.

Susanne Hörth
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Anton Mösch, Hans Reimann, Gaby Reimann, drei der vier am Klubhaus Arbeitenden und Peter Reinle.

Anton Mösch, Hans Reimann, Gaby Reimann, drei der vier am Klubhaus Arbeitenden und Peter Reinle.

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Erreichen, dass Sozialhilfeempfänger zu branchenüblichen und Lebenskosten deckenden Löhnen wieder fest angestellt werden, das ist eines der grossen Ziele des Projektes «Arbeit statt Sozialhilfe». In Möhlin wird das Projekt bereits praktiziert. Davon begeistert hat die Fricker Sozialamtsleiterin Gaby Reimann es auch dem Gemeinderat von Frick empfohlen und ist auf offene Ohren gestossen.

«Wir machen damit kein Gegenprojekt zur regionalen Arbeitsvermittlung RAV», erklärte der Fricker Gemeindeammann Anton Mösch am Mittwochmorgen bei einer Pressekonferenz. Das Wichtigste sei, eine rasche unkomplizierte Vermittlung von Langzeitarbeitslosen an Arbeitgeber in und um die Gemeinde Frick.

Dass es keine Konkurrenzierung zu Stellenvermittlungsbüros ist, macht Sozialamtsleiterin Gaby Reimann anhand von Zahlen deutlich. Laut ihrer Information seien es in Möhlin im zurückliegenden Jahr vier Personen gewesen, die dank der Unterstützung der Gemeinde eine Festanstellung gefunden haben. «Ziel in Frick sind zwei vermittelte Personen.»

Finanzieller Anreiz

Um Langzeitarbeitslose ihrem beruflichen Fähigkeiten entsprechend platzieren zu können, nimmt die Gemeinde Kontakt mit Gewerbetreibenden, Industrien und Organisationen in der Region auf.

Kommt es zu einer Festanstellung (mindestens zwölf Monate) erhält der Arbeitgeber Einarbeitungszuschüsse. Das heisst im ersten und zweiten Monat 60 Prozent des versicherten Bruttolohnes, im dritten und vierten Monat 40 Prozent, im fünften und sechsten Monat noch 20 Prozent. Danach übernimmt der Arbeitgeber die vollen Lohnkosten.

Sichtbares Zeichen

Es ist reiner Zufall, dass Hans Reimann, Ehrenpräsident des FC Frick zeitgleich mit dem neuen Gemeindeprojekt mit einem ähnlich gelagerten Anliegen an den Fricker Gemeinderat gelangte. Rund um das Klubhaus des FC Frick wurde in den letzten Jahren umfangreiche Investitionen für die Platzsanierungen beziehungsweise ein neues Kunstrasenfeld getätigt.

Damit auch das Klubhaus perfekt in die schöne, neue Umgebung passt, hat Reimann beim Gemeindeammann Anton Mösch und auf dem Sozialamt bei Gaby Reimann nachgefragt, ob nicht Sozialhilfeempfänger für das Abschleifen und Neustreichen des Klubhauses beauftragt werden können. Auch als Möglichkeit, sich auf den Einstieg in Arbeitswelt vorzubereiten.

Drei Männer und eine Frau sind nun seit dem 13. August mit sichtlicher Begeisterung am Werken. Peter Reinle aus Gipf-Oberfrick leitet die Gruppe, ist täglich dabei, unterstützt wird das Team zudem von Malerfachmann René Arnet aus Frick. Sozialamtsleiterin Gaby Reimann freute sich am Mittwoch, die motivierte Gruppe bei der Arbeit beobachten zu können.

Für ihre Arbeit bekommen die vier Sozialhilfeempfänger einen kleinen finanziellen Zustupf. Auch das Mittagessen des rund vier Wochen dauernden Einsatzes wird täglich offeriert. Stolz dürfen die vier auch sein, wenn sie künftig am sanierten Klubhaus vorbeigehen, waren sie doch aktiv an dessen Verschönerung beteiligt.

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